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Erfahrungen ausländischer Arbeitskräfte: Kroatisch ist schwer, doch Chancen und Löhne in Kroatien sind entscheidend

23.02.2026

Erfahrungen ausländischer Arbeitskräfte: Kroatisch ist schwer, doch Chancen und Löhne in Kroatien sind entscheidend

Die Regierung der Republik Kroatien hat dem parlamentarischen Verfahren zentrale Änderungen des Ausländergesetzes vorgelegt, die bedeutende Veränderungen für ausländische Arbeitskräfte mit sich bringen.

Die wichtigste Neuerung betrifft die Einführung des verpflichtenden Lernens und Ablegens einer Prüfung in kroatischer Sprache als Voraussetzung für die Verlängerung von Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen. Wie HRT berichtet, müssen ausländische Staatsangehörige nach einem Jahr Aufenthalt im Land eine Prüfung auf dem Niveau A1.1 ablegen, um ihre Beschäftigung bei inländischen Arbeitgebern fortsetzen zu können.

Die Lernpflicht als Weg zu besserer Integration

Die neuen Regeln sehen vor, dass die Kenntnis der Sprachgrundlagen nicht länger eine Frage der Wahl, sondern eine gesetzliche Verpflichtung ist, die sich direkt auf den Status der Arbeitnehmer auswirkt. Das Niveau A1.1 stellt eine anfängliche Kommunikationsstufe dar, die grundlegende Begrüßungen, das Zurechtfinden in Alltagssituationen wie dem Arztbesuch oder dem Einkauf sowie das Verständnis grundlegender Anweisungen am Arbeitsplatz umfasst. Auch wenn es auf den ersten Blick wie ein administratives Hindernis erscheint, betonen Experten, dass dies ein notwendiger Schritt für eine bessere Eingliederung von Ausländern in die kroatische Gesellschaft ist.

Neben strengeren Regeln in Bezug auf die Sprache bringt das Gesetz auch bestimmte Erleichterungen in Form eines einfacheren Arbeitgeberwechsels, womit die Ausbeutung von Arbeitnehmern verhindert und eine größere Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt sichergestellt werden soll. In Međimurje, wo sich derzeit etwa 3700 ausländische Arbeitnehmer aufhalten, die vor allem in der Metall- und Lebensmittelindustrie beschäftigt sind, sind solche Veränderungen bereits Teil des Alltags geworden.

Erfahrungen der Arbeitnehmer und die Schwierigkeit der kroatischen Sprache

Für Arbeitnehmer, die aus fernen Ländern wie Nepal kommen, stellt die Anpassung an das europäische Arbeitsumfeld und eine slawische Sprache eine große Herausforderung dar. Dennoch ist die Motivation zu bleiben stark, da die Lebensbedingungen und Einkommen spürbar besser sind. Mahato Som Bahadur, ein Arbeiter aus Nepal, erklärt gegenüber HRT , dass die Möglichkeiten hier deutlich besser seien als in seiner Heimat und dass ein höherer Lohn direkte Hilfe für die Familie ermögliche. Sein Kollege Mahati Tharu Suraj teilt eine ähnliche Meinung und fügt hinzu, dass Kroatien ein schönes und sauberes Land mit guten Menschen sei, und sieht Sprachkenntnisse als ein Mittel für eine schnellere Integration.

Dennoch ist der Lernprozess nicht einfach. Mahato Devi Ram gibt offen zu, dass er seit vier Monaten Kroatisch lernt und dass es für ihn äußerst schwer ist. Eine ähnliche Geschichte teilt auch der fünfunddreißigjährige Raul Ashish, der bereits seit vier Jahren als Metzger arbeitet und sich bewusst ist, dass Kommunikation der Schlüssel zu seiner beruflichen Stabilität ist.

Kroatien steht, wie viele andere europäische Länder, vor ernsthaften demografischen Herausforderungen und einem chronischen Mangel an Arbeitskräften in Schlüsselsektoren. Die Einführung des Sprachstandards A1.1 ist ein vernünftiger Kompromiss zwischen dem Bedarf der Wirtschaft an neuen Arbeitskräften und dem Bedürfnis des Staates, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu bewahren. Auch wenn das neue Gesetz ausländischen Arbeitnehmern zusätzliche Anstrengungen abverlangen wird, sendet es zugleich die Botschaft, dass Kroatien in ihnen nicht nur eine vorübergehende Aushilfe sieht, sondern potenzielle Mitbürger, deren Integration gerade mit dem Verständnis der Sprache des Landes beginnt, in dem sie ihre Zukunft aufbauen. Eine rechtzeitige Reaktion der Arbeitgeber und die Nutzung verfügbarer Subventionen werden entscheidende Faktoren für die erfolgreiche Umsetzung dieser Gesetzesreform sein.