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In Österreich werden sechs Wochen Jahresurlaub für alle gefordert: Mehr als 20.000 Unterschriften gesammelt

11.09.2026

In Österreich werden sechs Wochen Jahresurlaub für alle gefordert: Mehr als 20.000 Unterschriften gesammelt

Mehr als 20.000 Menschen haben die Forderung unterstützt, dass alle Beschäftigten in Österreich sechs Wochen bezahlten Jahresurlaub erhalten.

Die Kampagne erreichte diese Zahl an Unterschriften deutlich früher, als die Organisatoren erwartet hatten. Die Datenquelle ist der Österreichische Gewerkschaftsbund ÖGB, der die Ergebnisse der Kampagne in seiner Mitteilung veröffentlicht hat.

Beschäftigte in Österreich haben derzeit in der Regel Anspruch auf fünf Wochen Jahresurlaub, was 25 Tage für jene bedeutet, die fünf Tage pro Woche arbeiten. Laut offiziellen Informationen des österreichischen Staates wird der Anspruch auf sechs Wochen meist nach mehr als 25 Arbeitsjahren beim selben Arbeitgeber erworben. Der ÖGB möchte, dass alle Beschäftigten die sechste Woche erhalten, unabhängig von Alter, Beruf, Arbeitszeit und den im Unternehmen verbrachten Jahren.

Warum wird mehr Urlaub gefordert?

Die Gewerkschaft behauptet, dass die Arbeit für viele anstrengender geworden ist – wegen eines größeren Arbeitsumfangs, ständiger Erreichbarkeit und der schwierigeren Vereinbarkeit von beruflichen und familiären Verpflichtungen. Eine zusätzliche Urlaubswoche würde den Beschäftigten mehr Zeit für Erholung, Familie und Privatleben geben. Sie könnte auch helfen, langanhaltenden Stress zu verringern, aber ihre tatsächliche Wirkung würde vom Beruf, den Arbeitsbedingungen und der Art und Weise abhängen, wie die Arbeit organisiert ist.

Der ÖGB betont, dass das gesetzliche Minimum von fünf Wochen seit 1983 nicht verändert wurde. Dennoch ist der Vergleich der damaligen und heutigen Situation nicht völlig gleich, weil sich inzwischen Berufe, Technologie, Arbeitszeit und Gewohnheiten der Beschäftigten verändert haben. Auch 20.000 Unterschriften stellen nicht die Meinung aller Arbeitnehmer in Österreich dar, weil die Kampagne keine repräsentative Untersuchung ist, aber sie zeigt, dass die Forderung erhebliche Unterstützung hat.

Mehr Urlaub bringt auch zusätzliche Kosten

Für Beschäftigte würde die zusätzliche Woche mehr Zeit zur Erholung und eine leichtere Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben bedeuten. Arbeitgebern könnte sie helfen, Arbeitnehmer anzuziehen und zu halten, besonders in Berufen, in denen es an Menschen mangelt. Andererseits müssten Unternehmen Vertretungen organisieren und zusätzliche Ausfälle abdecken, was besonders für kleinere Arbeitgeber und Branchen, die bereits einen Mangel an Arbeitskräften haben, anspruchsvoll sein könnte.

Die gesammelten Unterschriften werden für sich genommen das Gesetz nicht ändern, aber sie erhöhen den politischen Druck, ernsthafter über den Vorschlag zu sprechen. Die endgültige Entscheidung wird von der österreichischen Politik, den Arbeitgebern und den Gewerkschaften abhängen sowie davon, ob der zusätzliche Urlaub ohne größere Probleme für den Geschäftsbetrieb eingeführt werden kann. Die Debatte wird daher nicht nur darüber geführt werden, ob Menschen mehr Urlaub brauchen, sondern auch darüber, wer die Kosten einer solchen Veränderung tragen wird.