Kroatien zählt zu den Ländern mit dem stärksten Mindestlohnwachstum in 10 Jahren
09.07.2026

Kroatien gehört zu den europäischen Ländern, in denen der Mindestlohn in den letzten 10 Jahren am schnellsten gestiegen ist, wenn die Kaufkraft der Arbeitnehmer verglichen wird, zeigen die von Eurostat in der Publikation Key figures on Europe 2026.
Laut Eurostat haben sich die Mindestlöhne zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 1. Januar 2026, gemessen am Kaufkraftstandard, in Rumänien nahezu verdreifacht, während sie sich in Litauen, Bulgarien, Kroatien, der Slowakei und Polen mehr als verdoppelt haben.
Das geringste relative Wachstum wurde in Frankreich und Malta verzeichnet.
Eurostat verwendet für die Berechnung den Kaufkraftstandard
In diesem Vergleich betrachtet Eurostat nicht nur die in Euro ausgedrückte Lohnhöhe, sondern verwendet PPS, also den Kaufkraftstandard. Das bedeutet, dass die Löhne an Preisunterschiede zwischen den Staaten angepasst werden. Mit anderen Worten: Ziel ist es zu zeigen, wie viel der Mindestlohn im Alltag tatsächlich wert ist und nicht nur, wie hoch sein nominaler Betrag ist.
Die Daten beziehen sich auf monatliche Brutto-Mindestlöhne vor Abzug der Einkommensteuer und der vom Arbeitnehmer gezahlten Beiträge. Deshalb können die Beträge nicht direkt als Geld interpretiert werden, das der Arbeitnehmer auf sein Konto erhält.
Deutschland und Luxemburg an der Spitze
Im Januar 2026 war der höchste Mindestlohn nach Kaufkraft in Deutschland zu verzeichnen, wo er 2.157 PPS betrug. Es folgt Luxemburg mit 2.035 PPS. Am anderen Ende der Skala lag Estland mit 886 PPS.
Eurostat weist darauf hin, dass mehrere Staaten keinen gesetzlich festgelegten nationalen Mindestlohn haben. Dabei handelt es sich um Dänemark, Italien, Österreich, Finnland und Schweden. In diesen Ländern werden die Löhne häufiger durch Tarifverträge und sektorale Regelungen festgelegt.
Kroatischer Mindestlohn in 10 Jahren stark gestiegen
Kroatien hebt sich im Eurostat-Vergleich als eines der Länder hervor, in denen sich der Mindestlohn in einem realistischeren Vergleich der Kaufkraft mehr als verdoppelt hat. Das ist besonders wichtig, weil es zeigt, dass das Wachstum nicht nur auf dem Papier sichtbar ist, sondern auch im Vergleich zu den Preisniveaus.
Laut der Verordnung der Regierung der Republik Kroatien wurde der Mindestlohn für das Jahr 2016 auf einen Bruttobetrag von 3.120 Kuna festgelegt, was nach dem festen Umrechnungskurs etwa 414 Euro entspricht. Für das Jahr 2026 wurde der Mindestlohn auf einen Bruttobetrag von 1.050 Euro festgelegt. Das bedeutet, dass der Mindestlohn in diesem Zeitraum nominal um etwa 636 Euro beziehungsweise ungefähr 154 % gestiegen ist. Mit anderen Worten: Der Mindestlohn wurde in 10 Jahren etwa um das 2,5-Fache erhöht.
Wachstum bedeutet nicht, dass Kroatien zu den reichsten Ländern aufgeschlossen hat
Obwohl Kroatien zu den Ländern mit dem größten Wachstum des Mindestlohns gehört, bedeutet das nicht, dass es die Staaten mit den höchsten Einkommen erreicht hat. Die Daten zeigen in erster Linie die Geschwindigkeit der Veränderung und nicht das gesamte Niveau des Lebensstandards.
Mit anderen Worten: Der Mindestlohn in Kroatien ist stark gestiegen, aber der Abstand zu einem Teil der westeuropäischen Länder besteht weiterhin. Besonders wichtig ist es, zwischen dem nominalen Lohnwachstum und der tatsächlichen Kaufkraft zu unterscheiden, denn die Preise für Lebensmittel, Wohnen, Energie und Dienstleistungen beeinflussen erheblich, wie viel dem Arbeitnehmer zum Leben bleibt.
Kroatien gehört laut den Daten von Eurostat zu den Staaten, in denen der Mindestlohn in den letzten 10 Jahren gemessen an der Kaufkraft am stärksten gestiegen ist. Das ist eine positive Entwicklung, aber auch eine Erinnerung daran, dass sich die wahre Stärke des Lohns erst dann zeigt, wenn er mit den Lebenshaltungskosten verglichen wird.









