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Lidl zahlt Mitarbeitern in Kroatien 535 Euro Urlaubsgeld, in Slowenien sogar 2000 Euro

22.05.2025

Lidl zahlt Mitarbeitern in Kroatien 535 Euro Urlaubsgeld, in Slowenien sogar 2000 Euro
Photo: Jérémy-Günther-Heinz Jähnick / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Der Sommer steht vor der Tür, und bei Lidl Kroatien erhalten die Arbeitnehmer erneut Urlaubsgeld, und zwar in Höhe von 535 Euro netto, so viel wie auch in den vergangenen Jahren.

Doch statt Zufriedenheit herrscht unter den Beschäftigten Verbitterung. Der Grund? Kolleginnen und Kollegen bei Lidl Slowenien werden für die gleiche Arbeit, beim gleichen Arbeitgeber, in diesem Juni sogar 2000 Euro Urlaubsgeld auf ihr Konto bekommen! Sind kroatische Arbeitnehmer wirklich viermal weniger wert als slowenische?

Eine Lidl-Mitarbeiterin aus Kroatien (Daten der Redaktion des Portals danica.hr bekannt) sagt unverblümt:

„Uns werden 535 Euro Urlaubsgeld ausgezahlt, und unsere Kolleginnen und Kollegen bei Lidl Slowenien bekommen 2000 Euro! Sie sind viermal mehr wert als wir? Dabei arbeiten wir in derselben Firma, Seite an Seite.“

Die Situation ist noch bizarrer, wenn man weiß, dass Lidl Kroatien höhere Einnahmen und Gewinne erzielt als Lidl Slowenien. Im vergangenen Jahr nahm Lidl in Kroatien 1,3 Milliarden Euro ein, mit einem Nettogewinn von rund 60 Millionen Euro, während das durchschnittliche Nettogehalt etwa 1630 Euro beträgt, 160 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Lidl ist zudem dafür bekannt, die Löhne seiner Beschäftigten regelmäßig zu erhöhen, ein 13. Gehalt, Weihnachtsgeld, Ostergeld und verschiedene Boni auszuzahlen. Doch all das verblasst, wenn man betrachtet, was in Slowenien geschieht.

Lidl Slowenien zahlt in diesem Jahr jedem Beschäftigten 2000 Euro Urlaubsgeld aus, was sogar über dem gesetzlichen Minimum in diesem Land liegt (1277 Euro brutto). Und sie sind nicht die Einzigen, Urlaubsgelder von 2000 Euro oder mehr sind unter slowenischen Unternehmen keine Seltenheit. Außerdem genießen die Beschäftigten von Lidl Slowenien eine Reihe weiterer Vorteile: kollektive Krankenversicherung für die ganze Familie, eine 36-Stunden-Arbeitswoche mit vollen Rechten, die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, und sogar „sabbaticle“, einen dreimonatigen unbezahlten Urlaub nach fünf Arbeitsjahren. All das zeigt, wie ernsthaft in Slowenien in die Zufriedenheit und das Wohlergehen der Arbeitnehmer investiert wird.

Während Lidl in Kroatien Rekordgewinne erzielt und sich mit den besten Löhnen im Sektor rühmt, fragen die Beschäftigten zu Recht, warum ihre Prämien und Urlaubsgelder um ein Vielfaches niedriger sind als jene in Slowenien.

Quelle: danica.hr