Kroatiens Wirtschaft abhängig von Handel und Verarbeitern: Lidl, Konzum, INA und Pliva dominieren
12.12.2025

Die jährlichen Finanzberichte der körperschaftsteuerpflichtigen Unternehmen in Kroatien, ohne Finanzinstitute, für das Jahr 2024 zeigen klare Trends und führende Akteure bei der Erzielung des Nettogewinns.
Insgesamt 162.135 Unternehmen, die 1.063.315 Arbeitnehmer beschäftigten, erzielten einen konsolidierten Nettogewinn von beeindruckenden 9,9 Milliarden Euro. Die Analyse der jährlichen Finanzberichte von Fina, basierend auf der Nationalen Klassifikation der Tätigkeiten (NKD 2007), zeigt, dass sich zwei Sektoren deutlich als Träger der Profitabilität hervorgetan haben. Die Daten zeigen, dass die Haupttreiber des Erfolgs die Sektoren Handel und verarbeitende Industrie sind, und in ihnen dominieren bekannte Namen wie Lidl, Konzum, INA und Pliva.
Handel an der Spitze, gefolgt von der verarbeitenden Industrie
Der Tätigkeitsbereich mit bei weitem dem höchsten Nettogewinn ist der Groß- und Einzelhandel - Reparatur von Kraftfahrzeugen und Motorrädern, der einen Nettogewinn von 2,3 Milliarden Euro erzielte. Dieser Betrag macht bedeutende 23,3 % des gesamten Nettogewinns aller kroatischen Unternehmen aus.
Direkt dahinter, auf dem zweiten Platz, befindet sich die verarbeitende Industrie mit einem Nettogewinn von 1,8 Milliarden Euro. Zusammen erwirtschafteten diese beiden Sektoren einen Nettogewinn in Höhe von 4,1 Milliarden Euro, was 41,8 % des gesamten Nettogewinns der gesamten kroatischen Wirtschaft im Jahr 2024 ausmacht. Diese Unternehmen beschäftigen zugleich 41,7 % der Gesamtzahl der Arbeitnehmer in der betrachteten Gruppe, also 443.321 Arbeitnehmer.
An dritter Stelle nach Profitabilität stehen die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Tätigkeiten mit einem Nettogewinn von 1,1 Milliarden Euro. Es folgt der Sektor Information und Kommunikation mit 886 Millionen Euro Nettogewinn, während die Top fünf das Baugewerbe mit 775,8 Millionen Euro abrundet.
Sektorführer: Vom Einzelhandel bis zur Erdölindustrie
Innerhalb der profitabelsten Sektoren erzielten einzelne Unternehmen außergewöhnliche Ergebnisse.
Im Groß- und Einzelhandel war das erfolgreichste Unternehmen nach erzieltetem Periodengewinn LIDL HRVATSKA d.o.o. k.d. aus Velika Gorica, dessen Gewinn 59,9 Millionen Euro betrug. Mit einem durchschnittlichen monatlichen Nettolohn von 1.634 Euro für 3.119 Beschäftigte zeichnete sich das Unternehmen auch durch die Höhe der Einkommen im Sektor aus. Es folgten KONZUM PLUS d.o.o. aus Zagreb und PEVEX d.d. aus Sesvete mit einem erzielten Periodengewinn von 51,1 Millionen Euro beziehungsweise 49,8 Millionen Euro.
In der verarbeitenden Industrie erzielte INA d.d. aus Zagreb den höchsten Periodengewinn mit einem Betrag von 156,0 Millionen Euro bei einem durchschnittlichen Nettolohn von 1.839 Euro für 2.876 Beschäftigte. Direkt dahinter folgen PLIVA HRVATSKA d.o.o. mit 131,0 Millionen Euro Periodengewinn sowie KONČAR DISTRIBUTIVNI I SPECIJALNI TRANSFORMATORI d.d. mit 107,0 Millionen Euro Periodengewinn, beide Gesellschaften mit Sitz in Zagreb.
Die Daten für das Jahr 2024 zeigen klar, dass die kroatische Wirtschaft stark von der Stabilität und dem Erfolg der Sektoren Handel und verarbeitende Industrie abhängig ist. Fast die Hälfte des gesamten Nettogewinns und der Beschäftigung konzentriert sich gerade auf diese beiden Bereiche. Obwohl auch die Sektoren der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Tätigkeiten sowie der Informations- und Kommunikationstechnologien hoch profitabel sind, ist die Stärke grundlegender Tätigkeiten wie Handel und Industrie entscheidend für das gesamte finanzielle Ergebnis des Landes. Die hervorgehobenen Beispiele der erfolgreichsten Unternehmen wie Lidl, INA und Pliva bestätigen, dass große Unternehmen mit organisiertem Netzwerk und starker Marktposition weiterhin die wichtigsten Gewinnträger sind. Dennoch bleibt die weitere Diversifizierung und Stärkung aller Sektoren, insbesondere jener mit hoher Wertschöpfung, ein wichtiges Ziel für die langfristige Widerstandsfähigkeit und das Wachstum der kroatischen Wirtschaft.









