Löhne steigen, Jobs im Überfluss – doch es fehlt an Arbeitskräften: Kroatiens Bauwirtschaft in ernsten Schwierigkeiten
31.03.2026

Der Bausektor in Kroatien sieht sich mit einem ernsthaften Arbeitskräftemangel konfrontiert, der den gesamten Markt verlangsamt.
Themen wie Energieeffizienz und Arbeitssicherheit wurden bei einer großen Zusammenkunft im Rahmen des 5. Treffens der Bauhandwerker der Kroatischen Handwerkskammer, das in Bjelovar mehr als 200 Handwerker versammelte, völlig in den Hintergrund gedrängt. Laut den vom Portal index.hr übermittelten Daten bleibt das größte Problem des Bauwesens der langanhaltende Mangel an Fachkräften.
Der Präsident der Kammer, Dalibor Kratohvil, erläuterte, dass im Land derzeit etwa 17.000 Bauhandwerksbetriebe tätig sind und in den letzten 5 Jahren 6.500 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, die Nachfrage nach ihren Dienstleistungen jedoch weiterhin das Angebot bei weitem übersteigt.
Die Lösung wird in der Vergabe von Stipendien an junge Menschen gesucht
Es gibt reichlich Arbeit und die Verdienste sind hoch, doch Bürger warten monatelang auf den Beginn selbst der grundlegendsten Arbeiten. Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Goran Romek, betonte, dass dem Sektor mehr als 10.000 Arbeitskräfte fehlen und ganz Europa mit derselben Krise kämpft. Um dieses Problem zu mildern, plant der Staat, die Zahl der Stipendien für junge Menschen zu erhöhen, die eine Ausbildung zum Handwerker absolvieren, und ihr Lernen durch Arbeit zu finanzieren. Es wird erwartet, dass der Druck auf den Arbeitsmarkt etwas nachlassen wird, wenn die große Sanierung der bei dem Erdbeben beschädigten Gebäude endlich abgeschlossen ist, die derzeit alle verfügbaren Arbeitskräfte bindet.
Arbeitgeber bieten Kredite an, um Arbeitskräfte zu halten
Arbeitgeber warnen seit Jahren vor einem ständigen Rückgang der Beschäftigtenzahl, und der Direktor des Unternehmens Hidroregulacija aus Bjelovar, Dominik Nervo, sieht die Lösung darin, junge Menschen im Beruf zu halten. Sein Unternehmen vergibt aus eigenen Mitteln Stipendien an Schüler und bietet günstige Kredite mit den niedrigsten Zinsen an, um jungen Familien zu helfen, sich ein stabiles Leben in ihrer Stadt zu sichern. Andererseits verzeichnet die lokale Handwerkskammer positive Ergebnisse, da sie in ihrem Gebiet 1.800 aktive Betriebe und 160 neue Arbeitsplätze zählt, die im vergangenen Jahr eröffnet wurden, was dem Bau neuer Straßen und lokaler Infrastruktur zugeschrieben wird.
Der heimische Markt ist von ausländischen Arbeitskräften abhängig
Der Mangel an Bauarbeitern ist eine direkte Folge eines breiteren Problems, mit dem Kroatien zu kämpfen hat, nämlich der langjährigen Abwanderung von Fachkräften in westliche Länder der Europäischen Union. Die heimische Bauindustrie ist heute in hohem Maße vom Import ausländischer Arbeitskräfte aus Staaten wie Nepal, Indien und den Philippinen abhängig, deren Bürger eine immer größere Zahl von Arbeiten auf Baustellen übernehmen. Wenn systematische Maßnahmen ausbleiben, die die Arbeitsbedingungen verbessern und heimische Fachkräfte halten, wird die Bauqualität fraglich werden, und die Preise grundlegender Bauleistungen werden weiter auf ein Niveau steigen, das für durchschnittliche Bürger völlig unerschwinglich sein wird.









