In Istrien wächst die Sorge: „Ohne ausländische Arbeitskräfte kein Fortbestand der Wirtschaft“
10.12.2025

Die istrische Wirtschaft sieht sich mit einem kritischen Arbeitskräftemangel konfrontiert, den die lokalen Arbeitskräftepools nicht mehr decken können, wodurch der Import ausländischer Arbeitskräfte zur einzigen Möglichkeit wird, die Kontinuität des Geschäftsbetriebs sicherzustellen.
Genau diese brennende Problematik, mit besonderem Schwerpunkt auf der Notwendigkeit einer organisierten Integration der Arbeitnehmer und ihrer Familien, war das Hauptthema der Sitzung des Wirtschaftsrats der HGK-Bezirkskammer Pula.
Die Notwendigkeit des Imports und demografische Fragen
Danijel Benčić, Präsident der HGK-Bezirkskammer Pula, betonte klar, dass die Wirtschaft einen immer größeren Beschäftigungsbedarf hat, der aus dem inländischen Arbeitskräftepool nahezu unmöglich zu decken ist. Daher ist der Import von Arbeitskräften für zahlreiche Unternehmen zu einem Imperativ geworden.
'So sehr die Tatsache, dass die Wirtschaft einen starken Beschäftigungsbedarf verzeichnet, ihre Vitalität bestätigt, ebenso wichtig ist es, Prozesse und Gesetzmäßigkeiten außerhalb streng wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu berücksichtigen', betonte Benčić. Er stellte die Schlüsselfrage, wie diese Prozesse gesteuert und Regeln festgelegt werden können, um sowohl der einheimischen Bevölkerung als auch den ausländischen Arbeitskräften ein würdiges Leben zu sichern sowie ihre erfolgreiche Integration in das istrische Umfeld zu gewährleisten.
Gespan Boris Miletić bestätigte den partnerschaftlichen Ansatz der Gespanschaft Istrien gegenüber dem Privatsektor und hob hervor, dass dieses Thema für alle Aspekte des gesellschaftlichen Lebens wichtig ist und die Lösung der Problematik ausländischer Arbeitskräfte entscheidend für weiteres Wachstum und Entwicklung ist.
Regionales Unterstützungsnetzwerk als Schlüssel der Integration
Die Gespanschaft Istrien arbeitet aktiv am Aufbau eines regionalen Unterstützungsnetzwerks für ausländische Arbeitskräfte und ihre Familien, eine Initiative, die von der stellvertretenden Gespanin Gordana Antić und der Amtsleiterin Tea Batel vorgestellt wurde. Sie wiesen darauf hin, dass ausländische Arbeitskräfte bereits zwischen zehn und fünfzehn Prozent der Bevölkerung in Istrien ausmachen.
Mit der Einrichtung dieses Netzwerks erhalten die Bürger Sicherheit und die Arbeitgeber die notwendige institutionelle Unterstützung. Ziel des Netzwerks ist es, die Verbindungen zwischen ausländischen Arbeitskräften, ihren Familien, der lokalen Gemeinschaft und der Wirtschaft zu stärken, mit der Vision der Entwicklung einer inklusiven und multikulturellen Gesellschaft.
Herausforderungen im Gesundheitswesen und in der Bürokratie
Neben wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen wurde auch über die Belastung des Gesundheitssystems diskutiert. Vesna Miletić Kancelir aus der Facharztpraxis für Arbeitsmedizin bei den Gesundheitszentren Istriens warnte vor unzureichenden Kapazitäten des Gesundheitssystems und unvermeidlichen Veränderungen im epidemiologischen Bild der Gespanschaft aufgrund der wachsenden Zahl ausländischer Arbeitskräfte.
Robi Belušić von der Polizeiverwaltung Istrien stellte den aktuellen Stand bei der Erteilung von Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen vor und kündigte Änderungen und Ergänzungen des Ausländergesetzes an.
Stimme der Arbeitgeber: Die Last der Unterbringung und der Bedarf an einem System
Die Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Tourismus und Industrie offenbarte die größten praktischen Schwierigkeiten. Obwohl Arbeitgeber wie Carel Adriatica, GPI Istre, Maistra, PAB Akrapović und Sipra einen großen Teil der Verantwortung für die Beschäftigung und Orientierung der Arbeitskräfte übernehmen, betonten sie, dass die Wirtschaft stärkere institutionelle Unterstützung und eine bessere Koordination benötigt.
Die Kombination aus einheimischen und ausländischen Arbeitskräften deckt den Bedarf, doch Probleme im Zusammenhang mit der Unterbringung und dem Transport ausländischer Arbeitskräfte stellen für die Unternehmen selbst eine immer größere organisatorische und finanzielle Belastung dar. Eines der Schlüsselelemente für eine schnellere Integration ist, wie die Arbeitgeber hervorhoben, auch das Erlernen der kroatischen Sprache.
Der Wirtschaftsrat kam zu dem Schluss, dass auf regionaler Ebene guter Wille zur Lösung dieser komplexen Problematik besteht, jedoch ein systematischer Ansatz und die Umsetzung von Veränderungen auf nationaler Ebene notwendig sind. Die HGK-Bezirkskammer Pula wird weiterhin aktiv über dieses äußerst wichtige Thema kommunizieren.









