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Nach Monaten des Wachstums: Deutlicher Rückgang des Wirtschaftsklimas in Kroatien im Juli

31.07.2025

Nach Monaten des Wachstums: Deutlicher Rückgang des Wirtschaftsklimas in Kroatien im Juli

Der Index des Wirtschaftsklimas in Kroatien verzeichnete im Juli einen deutlichen Rückgang und lag bei 103,3 Punkten, was eine Abnahme um 1,2 Punkte im Vergleich zum revidierten Wert aus dem Juni darstellt.

Dies ist die erste Verschlechterung des Wirtschaftsklimas seit Beginn des Frühlings, wobei sich die ausgeprägtesten negativen Veränderungen auf den Dienstleistungssektor beziehen. Gerade zur Zeit der Tourismussaison erlitt dieser Sektor einen Rückgang des Index um ganze 7,9 Punkte. Manager bewerteten, dass Geschäftstätigkeit und Nachfrage nach Dienstleistungen in den vorangegangenen drei Monaten deutlich schwächer waren als im Juni, und die Prognosen für den Zeitraum bis zum Herbstbeginn blieben ziemlich zurückhaltend, schreibt Poslovni dnevnik.

Demgegenüber erlebte der Einzelhandelssektor eine Verbesserung, sodass der Index für diesen Bereich um 8,6 Punkte stieg. Manager bewerteten die Geschäftstätigkeit im vergangenen Quartal als deutlich besser und erwarten eine Fortsetzung des positiven Trends auch in den kommenden Monaten, verbunden mit der Ankündigung erhöhter Bestellungen. Der Bausektor zeigte mäßigen Optimismus mit einem Anstieg des Index um drei Punkte, was gut gefüllten Auftragsbüchern und günstigen Erwartungen hinsichtlich steigender Preise zugeschrieben wird.

Der Industriesektor verzeichnet eine geringfügige Verbesserung mit einem bescheidenen Anstieg um einen halben Punkt im Vergleich zum Juni. Obwohl Manager die Produktionsergebnisse und Bestellungen aus dem vorangegangenen Zeitraum positiver bewerteten, äußerten sie Besorgnis wegen einer möglichen Verschlechterung in den kommenden Monaten. Die Erwartungen der Verbraucher blieben im Wesentlichen stabil, im Vergleich zum Beginn des Sommers.

Auf Ebene der gesamten Wirtschaft kündigten Manager eine stärkere Beschäftigung an, was sich im Anstieg des EEI-Index um 7,2 Punkte im Vergleich zum Vormonat zeigt, während gleichzeitig auch die Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt steigt. Die Stimmung in der Eurozone verbesserte sich im Juli mit einem Anstieg des ESI-Index um 1,6 Punkte, und ein ähnlicher Trend ist auch auf Ebene der Europäischen Union zu verzeichnen, obwohl beide Werte weiterhin unter den mehrjährigen Durchschnitten liegen. Die größte Verbesserung innerhalb der Eurozone verzeichneten Frankreich und Spanien, während Polen außerhalb der Eurozone eine Verschlechterung des Wirtschaftsklimas verzeichnete.

Kroatien verzeichnet bereits seit vielen Jahren ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum, was das Ergebnis einer ganzen Reihe struktureller Reformen und des Beitritts zur Europäischen Union ist. Ein bedeutender Teil des Wirtschaftswachstums wird vom privaten Konsum getragen, mit direktem Einfluss von Tourismus und Unternehmertum. Das kroatische BIP stieg im ersten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 %, laut Schätzungen des Staatlichen Statistikamts.

Die Arbeitslosenquote in Kroatien gehört zu den niedrigsten in der EU, und die hohe Beschäftigung stimuliert das Lohnwachstum im privaten und öffentlichen Sektor. Die Saisonalität ist weiterhin präsent, mit besonderem Schwerpunkt auf den Sommermonaten, wenn der Tourismussektor eine große Zahl von Arbeitskräften beschäftigt, was sich günstig auf das Gesamtbild des Arbeitsmarktes auswirkt. Die Inflation zeigt in den letzten Jahren eine Tendenz zur Verlangsamung, insbesondere nach den höheren Niveaus, die während der Pandemiejahre verzeichnet wurden.

Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung bleiben weiterhin zentrale Prioritäten, einschließlich Projekten aus den Fonds der Europäischen Union. Inländische und ausländische Investitionen fördern die Entwicklung der Wirtschaft, während demografische Entwicklungen Herausforderungen bei der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte mit sich bringen. Kroatien hat seine Bemühungen um fiskalische Konsolidierung mit dem Ziel einer nachhaltigen Staatsverschuldung bei gleichzeitiger Förderung des Wirtschaftswachstums intensiviert.

Schließlich sind eine stabile politische Lage und eine transparente Gesetzgebung Schlüsselfaktoren, die zur wirtschaftlichen Attraktivität Kroatiens in den Augen der Investoren beitragen. All dies sind Elemente, die trotz gelegentlicher Schwankungen der Indikatoren des Wirtschaftsklimas einen relativ günstigen Investitionsrahmen gewährleisten.