Plus
Anzeige schalten

Schluss mit billigen Bestellungen aus China: EU führt 3-Euro-Zoll auch für Cent-Pakete ein

07.05.2026

Schluss mit billigen Bestellungen aus China: EU führt 3-Euro-Zoll auch für Cent-Pakete ein

Der Rat der Europäischen Union hat offiziell die Einführung neuer Regeln für die Besteuerung kleiner Pakete bestätigt, die aus Drittländern in die Mitgliedstaaten gelangen, was die Gewohnheiten kroatischer Verbraucher, die über Plattformen wie Temu, AliExpress oder Shein einkaufen, erheblich beeinflussen wird.

Gemäß der neuen Verordnung wird die bisherige Befreiung von der Zahlung von Zoll für Waren mit einem Wert von weniger als 150 Euro abgeschafft. Wie der EU-Rat, schreibt, ist das Hauptziel dieser Entscheidung die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs, mit dem europäische Händler konfrontiert sind, sowie die Lösung des Problems systematischer Missbräuche des Zollsystems.

Vorübergehende Gebühr von 3 Euro pro Produktkategorie

Ab dem 1. Juli 2026 wird ein Übergangssystem zur Erhebung eingeführt, das so lange gelten wird, bis das neue europäische Zentrum für Zolldaten eingerichtet ist. In diesem Zeitraum wird auf alle Artikel in kleinen Sendungen im Wert von bis zu 150 Euro eine feste Zollgebühr in Höhe von 3 Euro erhoben.

Wichtig ist zu betonen, dass dieser Betrag nicht pro Paket, sondern pro Produktkategorie innerhalb desselben Pakets berechnet wird.

Wenn ein Käufer eine Sendung bestellt, die ein Seidenhemd und zwei Wollpullover enthält, muss er 6 Euro Zoll zahlen, da sich diese Gegenstände gemäß der Zollnomenklatur in unterschiedlichen Untergruppen befinden.

Der EU-Rat erläutert in seiner Mitteilung, dass diese Maßnahme auf 93 % aller E-Commerce-Ströme in die Union angewendet wird, genauer gesagt auf alle Händler, die im IOSS-System zur Zahlung der Mehrwertsteuer registriert sind. Dieser Ansatz soll die Auffüllung der nationalen Haushalte und des gemeinsamen Haushalts der Union sicherstellen, während die Mitgliedstaaten einen Teil der eingezogenen Mittel zur Deckung der Erhebungskosten behalten werden.

Unaufhaltsames Wachstum der Sendungen aus China als Alarm für Regulierungsbehörden

Der Grund für diese strengen Maßnahmen liegt im enormen Anstieg der Zahl der Pakete, die täglich auf den europäischen Markt gelangen. Nach Angaben der Europäischen Kommission, die vom EU-Rat wiedergegeben werden, verdoppelt sich das Volumen kleiner Sendungen seit 2022 jedes Jahr. Im Laufe des Jahres 2024 gelangten unglaubliche 4,6 Milliarden solcher Pakete auf den Markt der Europäischen Union, und bemerkenswert ist, dass sogar 91 % dieser Sendungen direkt aus China kommen. Das derzeitige System, in dem solche Pakete vollständig von Zoll befreit waren, ist untragbar geworden, nicht nur wegen der Einnahmeverluste, sondern auch wegen Sicherheitsrisiken und der ökologischen Auswirkungen der massenhaften Lieferung billiger Waren.

Makis Keravnos, Finanzminister der Republik Zypern, betonte, dass die europäischen Zollvorschriften mit dem globalen Boom des Online-Handels Schritt halten müssen. Er erklärt, dass die Abschaffung der veralteten Ausnahme europäischen Unternehmen helfen wird, die sich in einer benachteiligten Lage befanden, und den Spielraum für skrupellose Verkäufer schließen wird, die Gesetzeslücken nutzten, um Verpflichtungen zu umgehen.

Langfristige Reform und vollständige Automatisierung ab 2028

Die Gebühr von 3 Euro ist nur der erste Schritt in einer umfassenden Reform der Zollunion. Der EU-Rat plant, dass ab 2028, nachdem das neue IT-System funktionsfähig ist, die feste Gebühr durch Standardzollsätze für jedes einzelne Produkt ersetzt wird. Das bedeutet, dass auf billige Waren prozentuale Zollsätze ebenso angewendet werden wie auf teurere Sendungen, wodurch die Grenze von 150 Euro, die jahrelang als Schutzschild für günstige Online-Einkäufe diente, vollständig beseitigt wird.

Die Verhandlungen zwischen dem EU-Rat und dem Europäischen Parlament über die Einrichtung einer neuen Zollbehörde und eines digitalen Zentrums laufen noch, doch die Richtung ist klar. Die europäische Verwaltung will ein zentralisiertes System, das Milliarden von Daten effizienter verarbeiten und die Fragmentierung der nationalen Zollsysteme verhindern kann, die derzeit nur schwer mit dem Druck zurechtkommen.

Schutz des Marktes auf Kosten der Ersparnisse der Verbraucher

Jahrelang haben europäische Händler auf die absurde Situation hingewiesen, in der es billiger war, eine Kleinigkeit vom anderen Ende der Welt zu bestellen, als sie in einem lokalen Geschäft zu kaufen, gerade wegen der steuerlichen und zollrechtlichen Erleichterungen, die den Import begünstigten. Mit dem neuen Schritt sendet Brüssel eine klare Botschaft, dass der Schutz der heimischen Wirtschaft und ein fairer Wettbewerb Vorrang vor der Beibehaltung künstlich niedriger Preise haben, die auf regulatorischen Schlupflöchern beruhen.

Die Verbraucher werden sich an eine neue Realität anpassen müssen, in der es keinen völlig kostenlosen Import mehr geben wird, was langfristig auch eine Hinwendung zu qualitativ hochwertigeren und lokal verfügbaren Produkten fördern könnte.