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Schwerer zu verbergen: Kroatien führt strenge Kontrolle digitaler Einkünfte und Vermögen ein

11.12.2025

Schwerer zu verbergen: Kroatien führt strenge Kontrolle digitaler Einkünfte und Vermögen ein

Kroatien hat am 11. Dezember 2025 einen entscheidenden Schritt zur Stärkung der internationalen steuerlichen Transparenz gemacht.

An diesem Tag trat das Gesetz über Änderungen und Ergänzungen des Gesetzes über die administrative Zusammenarbeit im Bereich der Steuern in Kraft, wodurch die nationalen Vorschriften formell mit den neuen Richtlinien der Europäischen Union harmonisiert wurden.

Das Gesetz, das das Kroatische Parlament am 21. November 2025 verabschiedet hat und das der Präsident der Republik Kroatien mit Beschluss vom 26. November 2025 verkündet hat, trat mit seiner Veröffentlichung im Amtsblatt verbindlich in Kraft. Mit diesen Änderungen erhielt der Staat erheblich erweiterte Befugnisse und Instrumente für den automatischen Austausch von Steuerdaten mit anderen Mitgliedstaaten, mit dem Ziel einer wirksameren Besteuerung der digitalen Wirtschaft.

Das neue Gesetz überführt zwei wesentliche Änderungen der bestehenden EU-Gesetzgebung in das nationale Recht. Die erste ist die Richtlinie 2023/2226 (bekannt als DAC8), die erstmals auf systematische Weise den automatischen Austausch von Informationen über Transaktionen und Einkünfte im Zusammenhang mit Kryptovermögen regelt. Die zweite ist die Richtlinie 2025/872, die die administrative Zusammenarbeit weiter standardisiert und sich insbesondere auf die Meldepflichten für digitale Plattformen konzentriert.

Grenzen der Kontrolle von Kryptovermögen

Die Einführung der DAC8-Richtlinie, die dem globalen CARF-Rahmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) folgt, markiert das Ende der Ära steuerlicher Anonymität ausschließlich für jene Akteure, die beim Handel mit digitalen Vermögenswerten vermitteln. Anbieter von Kryptovermögensdienstleistungen, wie Börsen, Vermittler und zentralisierte Krypto-Wallet-Dienste, sind ab dem 1. Januar 2026 verpflichtet, detaillierte Identifikations- und Transaktionsdaten über ihre Nutzer zu erheben.

Dennoch ist entscheidend zu betonen, dass die Richtlinie nicht das Ende der Anonymität der Blockchain-Technologie selbst bedeutet. Der Informationsaustausch bezieht sich auf Daten, über die zentralisierte Dienstleister verfügen, und nicht auf alle Transaktionen, die direkt zwischen Nutzern (peer to peer) ohne Vermittler durchgeführt werden. Die Steuerverwaltungen in der gesamten EU werden automatisch Informationen über die Identität und die Transaktionen erhalten, die Bürger bei diesen meldepflichtigen Akteuren durchgeführt haben. Der erste tatsächliche Bericht über die Daten für das Jahr 2026 muss der Steuerverwaltung spätestens bis zum 30. September 2027 vorgelegt werden.

Meldung von Einkünften über Plattformen

Gleichzeitig verschärft die Richtlinie 2025/872 die Regeln für Betreiber digitaler Plattformen. Plattformen, die den Verkauf von Waren, die Vermietung von Immobilien (wie Dienste wie Airbnb oder Booking), die Beförderung von Fahrgästen oder die Erbringung persönlicher Dienstleistungen vermitteln, sind verpflichtet, Daten über die Einkünfte von Verkäufern und Vermietern zu erheben und diese an die Steuerbehörden weiterzuleiten. Ziel ist es sicherzustellen, dass Einkünfte, die über solche digitalen Vermittler erzielt werden, ordnungsgemäß gemeldet und besteuert werden, wodurch unlauterer Wettbewerb und Steuerhinterziehung in der Schattenwirtschaft bekämpft werden.

Bedeutung für Bürger und Unternehmen

Für kroatische Bürger und kleine Unternehmer haben diese Änderungen eine sehr klare Botschaft: Die Steuerbehörden erhalten einen effizienten Mechanismus zur Überprüfung der gemeldeten Einkünfte. Obwohl die Bürger weiterhin in erster Linie dafür verantwortlich sind, alle ihre Einkünfte korrekt zu melden, verringert der automatische Datenaustausch die Möglichkeit, dieser Verpflichtung zu entgehen, erheblich.

Andererseits müssen Plattformen und Anbieter von Krypto-Dienstleistungen dringend technische und geschäftliche Prozesse zur Identifizierung von Nutzern und zur Aufbewahrung von Aufzeichnungen implementieren sowie Systeme für die Übermittlung standardisierter Berichte vorbereiten. Das Gesetz legt fest, dass das Finanzministerium, die Steuerverwaltung, die Aufsicht über die Richtigkeit der Informationssammlung und der Einreichung von Berichten ausüben wird. Da es sich um einen komplexen Rechtsrahmen handelt, wird der Erlass von Durchführungsverordnungen und technischen Akten erwartet, mit denen die Einzelheiten der Anwendung, das Berichtsformat und die genauen Bußgeldbeträge bei Nichteinhaltung der Verpflichtungen vollständig festgelegt werden.

Die vollständige Anwendung steht erst noch bevor

Mit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes hat sich Kroatien vollständig dem globalen Trend zu Transparenz und Effizienz in der Besteuerung angepasst. Am wichtigsten ist, dass der Spielraum für die Nichtmeldung von Einkünften, die über digitale Dienste und zentralisierte Krypto-Plattformen erzielt werden, auf ein Minimum reduziert wurde. Obwohl die Regeln in das nationale Gesetz übernommen wurden, hängt die vollständige Anwendung der materiellen Bestimmungen von der Ausarbeitung detaillierter Durchführungsakte ab, deren Erlass im kommenden Zeitraum erwartet wird. Bürgern und Unternehmen wird empfohlen, die neuen Verordnungen aufmerksam zu verfolgen und eine ordnungsgemäße Führung von Aufzeichnungen sicherzustellen.