Unerwartete Wende auf dem Immobilienmarkt: Das erwartet Mieter sowie Käufer von Wohnungen und Häusern in Deutschland
28.11.2022

Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) steigt das Risiko schwerwiegender Preiskorrekturen auf dem Immobilienmarkt in Deutschland. Die Preise für Wohnungen und Häuser könnten im Durchschnitt um 10 Prozent fallen.
Wie der Autor der DIW-Studie sagte, ist ein Preisrückgang von bis zu zehn Prozent durchaus möglich.
Der Studie zufolge sind die Preise für Häuser und Wohnungen in den 97 untersuchten Städten in diesem Jahr im Durchschnitt um 11 Prozent gestiegen, während die Mieten nur um vier Prozent zunahmen.
Das DIW hält es für alarmierend, dass sich Kaufpreise und Mieten so stark unterscheiden. „Da der Kauf von Immobilien durch Mieteinnahmen refinanziert wird – oder im Fall von selbstgenutztem Wohneigentum durch eingesparte Mieten – sollten sich Immobilienpreise langfristig im Einklang mit den Mieten entwickeln.“
Den Forschern zufolge haben statistische Tests spekulative Übertreibungen bei den Preisen bestätigt.
Wird der Immobilienmarkt in Deutschland stabil bleiben?
Trotzdem dürfte der Immobilienmarkt in Deutschland relativ stabil bleiben. Die Bedingungen für die Immobilienfinanzierung verschlechtern sich aufgrund steigender Zinssätze sichtbar. Allerdings ist der Anteil der Kredite mit langfristig festem Zinssatz noch immer relativ hoch, und es gibt keine Anzeichen für eine weit verbreitete Verschuldung der Haushalte.
Außerdem waren die hohen Immobilienpreise an vielen Orten eine Folge der großen Nachfrage in Kombination mit einem geringen Angebot. Die Einwohnerzahl in vielen deutschen Städten steigt wieder, und es werden wegen ungünstigerer Finanzierungsbedingungen, enorm gestiegener Baukosten und mancherorts auch wegen Arbeitskräftemangels zu wenige neue Wohnungen gebaut.
In Großstädten wie Berlin, Düsseldorf und Köln ist die Zahl der fertiggestellten Wohnungen im vergangenen Jahr tatsächlich gesunken.
Sogar 28 Jahresmieten für eine Wohnung
Die DIW-Experten sind der Ansicht, dass sich die Politiker auf die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum in städtischen Gebieten konzentrieren müssen.
„Die Politiker sollten mit beschleunigten Verfahren und höheren öffentlichen Bauinvestitionen dem Neubau schnell neue Impulse geben“, sagen die Forscher.
Die Berechnungen des DIW basieren auf Daten des Immobilienverbands IVD für die Jahre von 1996 bis 2022.
Demnach haben sich die Preise für Einfamilienhäuser im letzten Jahrzehnt ungefähr verdoppelt. Im gleichen Zeitraum verteuerten sich Eigentumswohnungen um etwa 150 Prozent und Baugrundstücke um rund 130 Prozent.
Auch die Mieten stiegen im Durchschnitt um 56 Prozent, in vielen Fällen jedoch deutlich weniger als die Preise für Wohnimmobilien.
Eine Immobilie in Großstädten kostete zuletzt sogar 28 Jahresmieten – so viel wie seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr.
Quelle: fenix-magazin.de









