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Veränderungen im kroatischen Einzelhandel: Preise, die sich mehrmals täglich ändern lassen

21.08.2025

Veränderungen im kroatischen Einzelhandel: Preise, die sich mehrmals täglich ändern lassen

Elektronische Preisanzeige in den Regalen, eine Technologie, die in Spanien, Italien, Deutschland und anderen europäischen Ländern bereits weit verbreitet ist, kommt nun auch in Kroatien immer stärker auf.

Es handelt sich um digitale Etiketten, die Papieretiketten ersetzen, und das Hauptziel ist es, Kosten zu senken, Preisänderungen zu beschleunigen und häufige Fehler an den Kassen zu vermeiden, schreibt Večernji list. Lidl hat dieses System als Erster in Kroatien vollständig eingeführt, und auch Konzum testet es bereits in bestimmten Filialen.

Dynamische Preise – Chance oder Bedrohung?

Was die Verbraucher am meisten beunruhigt, ist die Möglichkeit der dynamischen Preisgestaltung, also der Anpassung in Echtzeit je nach Nachfrage, Wetterbedingungen oder sogar der Tourismussaison. Experten nennen Beispiele aus Norwegen, wo sich in manchen Geschäften die Preise bis zu hundertmal täglich ändern können. In Kroatien würde das bedeuten, dass zum Beispiel Brathähnchen, Wasser, Eis oder Obst in Zeiten der höchsten Nachfrage deutlich mehr kosten könnten, was an die Praxis von Fluggesellschaften oder Taxidiensten wie Uber erinnert.

Vorteile für Händler und Verringerung von Abfall

Für Händler erleichtert die neue Technologie den Geschäftsbetrieb, da Preise schneller und präziser angepasst werden können. Von künstlicher Intelligenz gesteuerte Software kann die Nachfrage vorhersagen, den Preis verderblicher Waren anpassen und so die Lebensmittelverschwendung in Supermärkten um ein Drittel reduzieren. Außerdem bedeutet die digitale Preisanzeige auch weniger Verwaltungsaufwand für die Beschäftigten sowie einen geringeren Papierverbrauch.

Risiken für Verbraucher in Kroatien

Wirtschaftsanalysten erinnern daran, dass die dynamische Preisgestaltung nichts Neues ist, warnen jedoch auch davor, dass sie Herausforderungen mit sich bringt. Verbraucher werden oft nicht wissen, ob ein Preis günstig ist, wenn er sich ständig ändert, und für ältere Käufer, die sich auf Wochenkataloge verlassen, könnte dies zusätzliche Verwirrung stiften. Die Vorsitzende des kroatischen Verbraucherschutzverbands, Ana Knežević, betont, dass Händler das Recht haben, Preise frei festzulegen, aber auch, dass digitale Kennzeichnungen die Transparenz dort erhöhen könnten, wo bislang ein Unterschied zwischen Regal und Kasse bestand.

Kroatien zwischen Digitalisierung und hohen Preisen

Marktexperten erinnern daran, dass Kroatien schon jetzt je nach Region unterschiedliche Preise hat, insbesondere zwischen touristischen und kontinentalen Gebieten. Dynamische Preise werden diese Unterschiede wahrscheinlich noch stärker betonen, besonders in den Sommermonaten, wenn die Geschäfte von Touristen überflutet werden.

Während die einen die Digitalisierung als notwendige Modernisierung des Handels sehen, befürchten andere, dass Verbraucher in Kroatien in eine ungünstigere Lage geraten werden, und gerade ihre Reaktion wird langfristig darüber entscheiden, ob diese Praxis zum Alltag wird.