Steigende Preise vertreiben Touristen: Kroatien ist nicht mehr günstig
21.07.2025

Mitten in der Tourismussaison in Kroatien ist immer häufiger die Unzufriedenheit der Gäste über Preise zu hören, die für viele unvorstellbare Höhen erreicht haben. Und während die Zuständigen jahrelang taktierten und eine Diskussion über den Preisanstieg vor dem Höhepunkt des Sommers vermieden, brach die eigentliche Welle der Kritik in den sozialen Netzwerken aus.
Auf Beiträge über Kaffee, der mit 7, ja sogar 12 Euro berechnet wird, sowie über Zimmer ohne Fenster für 166 Euro pro Nacht reagierten weder einheimische noch ausländische Touristen gleichgültig. Eine einheimische Gästin, schockiert nachdem ihr der morgendliche Eiskaffee ohne vorherigen Blick auf die Preisliste mit 7 Euro berechnet worden war, teilte die Rechnung öffentlich und kommentierte: „Für dieses Geld bekomme ich in Griechenland sowohl Kaffee als auch Gyros.“ Andere trösteten sie damit, dass sie noch gut davongekommen sei, denn an der Küste gebe es Orte, an denen derselbe Kaffee sogar zehn oder zwölf Euro koste, schreibt Večernji list.
Auch die Unterkunftspreise stehen dem in nichts nach. Eine britische Touristin war überrascht, als sie für ein Zimmer mit Doppelbett und Badezimmer, aber ohne Fenster, im historischen Zentrum von Dubrovnik für drei Nächte ganze 500 Euro zahlte – also 166,6 Euro pro Nacht. Ähnlich schockiert waren junge Gäste aus Deutschland, die beim Durchsehen von Supermarktrechnungen sprachlos waren, als sie für Sonnencreme einen Preis von 33 Euro sahen. Ein Liter kohlensäurehaltiges Getränk kostet 2,25 Euro, und eine Dose Red Bull sogar 3,42 Euro.
Auch den australischen Besuchern entgingen die Preise für grundlegende Lebensmittel nicht, von Käse und Milch bis hin zu einer Dose Thunfisch. Weltreisende und Blogger wie Christian Hergesell und Marie analysierten die Kosten an 16 Reisezielen, worüber sie auf ihrem Blog worldonabudget.de schrieben, und kamen zu dem Schluss, dass ein siebentägiger Sommeraufenthalt für zwei Personen allein für die Unterkunft in der Hauptsaison durchschnittlich 739 Euro kostet, während ein Abendessen für zwei problemlos 40 bis 60 Euro erreicht. Der Preis für Ćevapčići steigt auf 13,23 Euro, ein halber Liter Bier auf bis zu 5 Euro und ein Kilogramm Fisch auf bis zu 72 Euro.
Die Kombination aus hoher Nachfrage in den Jahren nach der Pandemie und der Euroisierung hat dazu geführt, dass Kroatien die Konkurrenz bei den Preissteigerungen deutlich überholt hat. Vergleiche mit Griechenland und Spanien fallen nicht mehr zugunsten Kroatiens aus, da die Restaurantpreise laut verfügbaren Daten seit 2019 um 51,6 Prozent gestiegen sind, während sie im Mittelmeerraum um 21,5 Prozent zunahmen. Auch Hotelunterkünfte sind im Vergleich zu 2019 um 43 Prozent teurer, gegenüber einem Anstieg von 24 Prozent in anderen Mittelmeerländern. Die durchschnittlichen täglichen Ausgaben eines Gastes in Kroatien betragen heute 170 Euro, während sie beispielsweise in Italien oder Spanien bei etwa 250 Euro liegen, wobei in diesen Ländern zahlreiche Leistungen im Preis inbegriffen sind und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
Die Inflation in Kroatien hat die Preise für Lebensmittel, Getränke und Dienstleistungen zusätzlich erhöht, sodass Jahr für Jahr zweistellige Sprünge verzeichnet wurden, am stärksten in Restaurants und Hotels. Laut verfügbaren Untersuchungen bewegen sich die Preise während des Saisonhöhepunkts für einfache Hotelunterkünfte zwischen 70 und 150 Euro pro Person und Nacht, was bedeutet, dass eine Woche Sommerurlaub oft den Betrag von 1.000 Euro übersteigt, während die Preise außerhalb der Saison deutlich sinken.
Auch unter der einheimischen Bevölkerung bleibt die Unzufriedenheit nicht aus, da sie sich einen Urlaub an der Adria immer schwerer leisten kann. Während die Diskussionen über die Preise in den sozialen Netzwerken stattfinden, verzeichnen europäische Medien regelmäßig den rasanten Preisanstieg in Kroatien und heben klar hervor, dass das Land den Status eines günstigen Reiseziels verloren hat. Trotz der Warnungen von Ökonomen, dass das Preiswachstum das Wachstum der Kaufkraft der Besucher übersteigt, sprechen die Tourismusbehörden dieses Thema nur selten öffentlich an.
Heute tritt Kroatien in den Kreis der teuersten touristischen Reiseziele im Mittelmeerraum ein, und der Trend der Preissteigerungen beeinflusst die Wahl des Reiseziels bei ausländischen Gästen erheblich. Diejenigen, die immer häufiger die eigene Küche statt Restaurants wählen oder sich andere Angebote in der Region ansehen, senden eine klare Botschaft: Die Teuerung ist nicht mehr nur ein vorübergehendes Phänomen, sondern ein ernsthaftes Hindernis für eine Rückkehr an die kroatische Küste.
Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, als Kroatien für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt war, sind die Preise an der Adria heute selbst für diejenigen mit tieferen Taschen zu einer echten Herausforderung geworden.









