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Während westliche EU-Staaten Familien und Studierende aufnehmen, ist Kroatien Spitzenreiter beim Import reiner Arbeitskräfte

22.12.2025

Während westliche EU-Staaten Familien und Studierende aufnehmen, ist Kroatien Spitzenreiter beim Import reiner Arbeitskräfte

Anlässlich des Internationalen Tages der Migranten, der am 18. Dezember begangen wurde, hat Eurostat Daten veröffentlicht, die tiefe Unterschiede in den Migrationspolitiken und den Profilen der Einwanderer innerhalb der Europäischen Union offenlegen.

Während bei den meisten westlichen Mitgliedstaaten der Union ein erheblicher Teil der Genehmigungen auf Familie, Bildung und andere nicht arbeitsbezogene Gründe entfällt, verzeichnet Kroatien einen rekordverdächtig niedrigen Anteil an Genehmigungen für diese Zwecke bei absoluter Dominanz des Arbeitsmarktes.

Der Eurostat-Bericht für das Jahr 2024 offenbart eine enorme Kluft zwischen dem kroatischen Einwanderungsmodell und den Praktiken von Staaten, mit denen wir traditionell verglichen werden, wie Deutschland, Österreich und Slowenien. Während diese Länder wirtschaftliche Bedürfnisse mit gesellschaftlicher Integration durch Familienzusammenführung und Bildung ausbalancieren, funktioniert das kroatische System nahezu ausschließlich als Mechanismus für den schnellen Import von Arbeitskräften.

Die statistischen Daten zeigen, dass Kroatien in der gesamten Europäischen Union den geringsten Prozentsatz an Genehmigungen für Bildungs- und Familienzwecke ausgestellt hat. Mit einem Anteil von nur etwa 3 % der Genehmigungen für Familienzusammenführung und weniger als 0,5 % für Bildung befindet sich Kroatien am absoluten Ende der Union in diesen Kategorien.

Demgegenüber steht ein Anteil von über 95 % der Genehmigungen die ausschließlich zum Zweck der Beschäftigung ausgestellt wurden, was eine Zahl ist, die im übrigen Europa ihresgleichen sucht.

Die Unterschiede werden drastisch, wenn Kroatien mit wichtigen Partnern verglichen wird. Das benachbarte Slowenien stützt sich ebenfalls auf ausländische Arbeitskräfte, doch dort macht das Arbeitsverhältnis etwa 57 % aller Genehmigungen aus, während der Rest auf Familienzusammenführung und andere Zwecke entfällt.

Die Unterschiede werden im Vergleich mit Österreich und Deutschland noch deutlicher. In Deutschland wurde Arbeit als primärer Grund nur bei 14 % der neuen Aufenthaltstitel angegeben, während Familienzusammenführung und internationaler Schutz die dominierenden Faktoren sind, die die dortige Gesellschaft prägen. In Österreich hingegen macht das Arbeitsverhältnis nur 12,67 % der gesamten Genehmigungen aus.

Am entgegengesetzten Ende der Skala zu Kroatien befindet sich Belgien, das im Jahr 2024 den geringsten Prozentsatz an Genehmigungen zum Zweck der Arbeit ausgestellt hat, nämlich nur 10.52 %, wobei der Schwerpunkt auf Studierenden und familiären Bindungen liegt.

Diese Daten legen nahe, dass Kroatien derzeit eine sehr spezifische und eng ausgerichtete Migrationspolitik verfolgt. Während sich westliche Demokratien auf Modelle stützen, die durch Bildung und Familie die langfristige Integration von Ausländern fördern, wirkt die kroatische Wirtschaft in diesem Moment wie ein Staubsauger, der ausschließlich Arbeitsausführende sucht. Eine solche Ausrichtung wirft die Frage nach der langfristigen Nachhaltigkeit eines Systems auf, das in Ausländern ausschließlich Arbeitskräfte sieht, während die sozialen und bildungsbezogenen Aspekte des Aufenthalts ausländischer Staatsangehöriger in Kroatien auf dem Niveau eines statistischen Fehlers geblieben sind.