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Aus Brüssel bestätigt: Kroatien gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der EU

17.11.2025

Aus Brüssel bestätigt: Kroatien gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der EU

Die Europäische Kommission veröffentlichte am 17. November 2025 die neuesten makroökonomischen Prognosen, die bestätigen, dass die kroatische Wirtschaft weiterhin um ein Vielfaches schneller wächst als der Durchschnitt der Europäischen Union und des Euroraums.

Die kroatische Wirtschaft setzt ihren guten Kurs trotz der globalen Abschwächung fort, doch der Preisanstieg bleibt weiterhin eine erhebliche Bedrohung für Haushalte und Unternehmen.

Die kroatische Wirtschaft wächst weiterhin um ein Vielfaches schneller als der Durchschnitt der Europäischen Union und des Euroraums, bestätigen die neuesten makroökonomischen Prognosen aus Brüssel, doch für die kommenden Jahre wird eine moderate Verlangsamung des Wachstums des Bruttoinlandsprodukts, des BIP, erwartet. Obwohl das Jahr 2024 mit einem außergewöhnlich starken Wachstum von 3,8 Prozent abgeschlossen wurde, wird sich diese starke Dynamik, die in erster Linie von der Inlandsnachfrage getragen wird, allmählich abschwächen, aber stabil bleiben.

Analysten prognostizieren, dass das BIP im Jahr 2025 um 3,2 Prozent steigen wird, worauf eine weitere Abschwächung des Wachstums auf 2,9 Prozent im Jahr 2026 sowie 2,5 Prozent im Jahr 2027 folgt. Dennoch hält diese Rate Kroatien im Unterschied zu vielen stärker entwickelten europäischen Mitgliedstaaten an der Spitze der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in der Union.

Konsum der Haushalte und europäisches Geld als wichtigste Treiber

Der Hauptgrund für diese robuste Wirtschaftstätigkeit liegt in der ausgesprochen starken Inlandsnachfrage, unterstützt durch eine rekordniedrige Arbeitslosigkeit und das kontinuierliche Wachstum des real verfügbaren Einkommens der Bürger. Einfacher gesagt: Die Menschen haben mehr Geld und sind bereit, es auszugeben.

Der Anstieg der Reallöhne und die starke Beschäftigung sind Schlüsselfaktoren, die den privaten Konsum stützen werden. Parallel dazu wird erwartet, dass die Investitionen deutlich steigen, vor allem aufgrund des verstärkten Abrufs von Mitteln aus den Fonds der Europäischen Union, insbesondere aus der Aufbau- und Resilienzfazilität, dem RRF. Sogar vom Konsum des Staates beziehungsweise von seinen Investitionen wird erwartet, dass er zum Wachstum des BIP beiträgt, insbesondere infolge der angekündigten Lohnerhöhungen für Beschäftigte im öffentlichen Sektor.

Obwohl die Warenausfuhr trotz des Handelsprotektionismus, der die Nachfrage einiger wichtiger Partner negativ beeinflusst, ihre Dynamik beibehält, könnte sich die Ausfuhr von Dienstleistungen, vor allem im Tourismus, aufgrund steigender Preise für touristische Dienstleistungen leicht verlangsamen, während die Einfuhr die Ausfuhr weiterhin übertreffen wird, teilweise wegen der höheren Zahl internationaler Reisen kroatischer Einwohner.

Arbeitsmarkt und Preisanstieg

Kroatien sieht sich mit einer rekordniedrigen Arbeitslosigkeit konfrontiert, die auf historisch niedrigen Niveaus bleiben wird. Die Arbeitslosenquote, die den angespannten Arbeitsmarkt anschaulich widerspiegelt, wird für das Jahr 2025 auf 4,7 Prozent, für 2026 auf 4,5 Prozent und für 2027 auf 4,6 Prozent prognostiziert. Obwohl sich das Beschäftigungswachstum verlangsamt, bleibt der Arbeitskräftemangel trotz der verstärkten Zuwanderung von Arbeitskräften aus Ländern außerhalb der Europäischen Union ein ausgeprägtes Problem.

Andererseits bleibt die Inflation beziehungsweise der Preisanstieg weiterhin hoch, doch nach 2025 wird eine deutliche Abschwächung erwartet. Im Jahr 2025 dürfte die Gesamtinflation auf 4,3 Prozent steigen, angetrieben durch die Beschleunigung des Anstiegs der Preise für Lebensmittel und Energieträger, während die Inflation im Dienstleistungssektor langsam nachlässt. Ab 2026 wird sich die Inflation infolge nachlassender Lohn- und Nachfragedrucke deutlicher verlangsamen und 2026 2,8 Prozent sowie 2027 2,2 Prozent erreichen.

Wichtig ist anzumerken, dass sich der Anstieg der Energiepreise nach April 2026 wahrscheinlich erneut verstärken wird, wenn die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für Haushalte auslaufen könnten, sowie durch die Einführung neuer mit Kohlenstoffemissionen verbundener Abgaben im Jahr 2027.

Hohes Haushaltsdefizit trotz stabiler Verschuldung

Was die öffentlichen Finanzen betrifft, wird ein Anstieg des Haushaltsdefizits des Gesamtstaats prognostiziert. Es wird erwartet, dass das Defizit im Jahr 2025 auf 2,8 Prozent des BIP steigt (gegenüber 1,9 Prozent im Jahr 2024) und in den folgenden Jahren auf ähnlichem Niveau bleibt (2,9 Prozent im Jahr 2026 und 2,8 Prozent im Jahr 2027).

Dieser Anstieg des Defizits ist das Ergebnis des starken Wachstums der Sozialleistungen, insbesondere der gestiegenen Rentenausgaben, sowie der höheren Lohnausgaben. Die Einnahmen werden dank des starken nominalen BIP, des Wachstums von Beschäftigung und Löhnen, aber auch fiskalischer Maßnahmen wie dem Ende der Befreiung von Krankenversicherungsbeiträgen für jüngere Arbeitnehmer, der Nichtindexierung der persönlichen Steuerklassen sowie der Abschaffung der vorübergehenden Senkung des Mehrwertsteuersatzes, der MwSt., auf Energieträger steigen.

Obwohl das Defizit hoch ist, dürfte die öffentliche Schuldenquote im Verhältnis zum BIP nahezu unverändert bleiben und sich bis Ende 2027 bei rund 56 Prozent bewegen, dank des starken nominalen Wachstums des BIP selbst.