So will Deutschland Menschen dazu motivieren, auch im Ruhestand zu arbeiten
16.10.2025

Die deutsche Regierung hat eine Einigung über einen Gesetzesvorschlag erzielt, mit dem sie die Arbeit nach dem Eintritt in den Ruhestand fördern will.
Laut dem Gesetzentwurf könnten Rentner, die sich entscheiden, wieder zu arbeiten, monatlich bis zu zweitausend Euro verdienen, ohne Steuern zahlen zu müssen, schreibt das Portal N1. Ziel der Maßnahme ist es, den akuten Arbeitskräftemangel in der größten europäischen Volkswirtschaft zu lindern.
Es ist vorgesehen, dass die neue Regelung Anfang 2026 in Kraft tritt. Schätzungen zufolge wird der Staatshaushalt aufgrund entgangener Steuereinnahmen in jedem Jahr von 2026 bis 2030 um etwa 890 Millionen Euro geringer ausfallen. Eine demografische Analyse des Innenministeriums warnt, dass die Zahl der erwerbsfähigen Einwohner in Deutschland bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2010 um ganze 6,3 Millionen sinken wird. Ein solcher Trend werde, so heißt es, unweigerlich zu einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts pro Einwohner führen, da die Zahl der Arbeitnehmer pro Rentner weiter sinken wird.
Eine Reihe europäischer Staaten sieht sich mit demselben Problem konfrontiert und führt Rentenreformen durch, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren und den Druck auf das Rentensystem zu verringern. Dennoch handelt es sich um ein gesellschaftlich sensibles Thema, das erhebliche politische Risiken birgt. Das zeigt auch das Beispiel Frankreichs, wo Premierminister Sébastien Lecornu in dieser Woche beschlossen hat, die Reform des Rentensystems aus dem Jahr 2023 vorübergehend auszusetzen. Die Reform wird erst nach den Präsidentschaftswahlen 2027 erneut geprüft, da ihre Verschiebung eine zentrale Bedingung linker Abgeordneter für das politische Überleben der französischen Regierung darstellte.









