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Beliebter denn je: Große Veränderung bei den gefragtesten Jobs in Deutschland

14.11.2022

Beliebter denn je: Große Veränderung bei den gefragtesten Jobs in Deutschland

Ob als Verwaltungsbeamter, Sozialarbeiter, Lehrer, Richter, Polizist oder Mitarbeiter des Ordnungsamts: Jobs im öffentlichen Sektor sind vielfältig und in Deutschland derzeit beliebter denn je.

Das zeigt eine Untersuchung von Stepstone für Business Insider. Der Untersuchung zufolge haben sich die Suchanfragen nach staatlichen Jobs im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Aber woher kommt dieser Boom und warum ist die Arbeit für die Bundes- und Landesregierung für viele Beschäftigte so attraktiv?

Wenn Sie auf der Stepstone-Jobbörse nach dem Schlüsselwort “öffentlicher Dienst” suchen, werden 26.533 Treffer angezeigt. Vor einem Jahr waren es hier deutlich weniger. Eine Auswertung der Jobbörse zeigt, dass sich die Stellenanzeigen im öffentlichen Sektor in diesem Zeitraum nahezu verdoppelt haben. Im Vergleich zum Vorjahr wurde nämlich ein Anstieg von 93 Prozent verzeichnet. In anderen Sektoren stiegen die Stellenanzeigen nur um ein Viertel (24 Prozent), schreibt Fenix magazin.

Ein solcher Anstieg der ausgeschriebenen Stellen im öffentlichen Sektor ist attraktiv. Laut der Untersuchung von Stepstone hat sich die Jobsuche im öffentlichen Sektor innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Während andere Branchen ihre Suchanfragen nur um 60 Prozent steigern konnten, verzeichnete der öffentliche Sektor einen Anstieg von 102 Prozent. Das bedeutet, dass immer mehr Menschen aktiv nach einem Job beim Staat suchen. Und immer mehr Menschen betrachten den Staat als attraktiven Arbeitgeber. Dafür sprechen laut Stepstone auch die Ergebnisse einer Untersuchung aus dem Jahr 2020. Der öffentliche Dienst belegte dabei in der Beliebtheit den zweiten Platz, direkt hinter der IT- und Internetbranche.

Der Arbeitsmarkt verändert sich

Aber was finden die Menschen an einem Job attraktiv, bei dem man im Dienst des Staates steht? Ganze 32 Prozent derjenigen, die im öffentlichen Sektor arbeiten und dort bleiben wollen, nennen dafür einen Hauptgrund: “Sicherheit”. Sowohl Angestellte als auch Beamte genießen nämlich einen gewissen Kündigungsschutz und können sich dank Tarifvertrag auf genaue und faire Gehälter freuen. Aber dieser Punkt allein bietet keine zufriedenstellende Antwort – vor allem, weil sich der Arbeitsmarkt verändert.

Wie sieht diese Veränderung im Detail aus? Nach Angaben des U.S. Bureau of Labor Statistics haben allein im November 2021 4,5 Millionen Menschen in den USA gekündigt. Um herauszufinden, ob eine solche Kündigungswelle auch Deutschland droht, führte Stepstone im Jahr 2022 eine weitere Untersuchung mit dem Titel “The Silent Resgination” durch und wertete über 11.000 Fragebögen aus. Ihr Ergebnis: Auch in Deutschland ist mit einer Kündigungswelle zu rechnen, und der Arbeitsmarkt wird wahrscheinlich deutlich flexibler und instabiler werden, um mit den neuen Marktbedingungen umgehen zu können, schreibt Fenix magazin.

Der Grund für diese Entwicklung ist das übergroße Angebot an Arbeitsplätzen sowohl in den USA als auch in Deutschland. Infolgedessen können Beschäftigte heute immer mehr wählen, wo sie arbeiten möchten, und entscheiden sich daher deutlich häufiger für einen besser bezahlten und flexibleren Job. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Beschäftigten in Deutschland von Jahr zu Jahr. In diesem Sinne wird ein großer Arbeitskräftemangel erwartet, was die Sicherheit erhöht, jederzeit einen Job finden zu können.

Was motiviert die Menschen also noch, für den Staat zu arbeiten? Laut der Untersuchung von Stepstone erklärten 66 Prozent der Befragten, dass der öffentliche Dienst für sie “sinnvolle Arbeit” sei. 57 Prozent schätzen besonders “flexible Arbeitszeiten” und “flexibles Arbeiten”. Dagegen waren Dinge wie “spannende Aufgaben”, “Teamarbeit” und “eine passende Unternehmenskultur” weniger wichtig. Kurz gesagt: Wer für den Staat arbeiten möchte, sucht einen sinnvollen Job und ist bereit, die Ausübung weniger spannender Tätigkeiten in Kauf zu nehmen.

Quelle: poslovni.hr