Plus
Anzeige schalten

270.000 deutsche Staatsbürger verließen 2024 Deutschland

01.09.2025

270.000 deutsche Staatsbürger verließen 2024 Deutschland

Nach den neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) haben im Jahr 2024 fast 270 Tausend deutsche Staatsangehörige Deutschland verlassen, was eine der höchsten verzeichneten Zahlen seit Beginn der statistischen Erfassung ist.

Insgesamt sind in diesem Jahr etwa 1,694 Millionen Menschen aller Nationalitäten nach Deutschland zugezogen, während die Abwanderung bei etwa 1,264 Millionen lag, was zu einem positiven Wanderungssaldo von rund 430 Tausend führte. Innerhalb dieser Statistik verzeichnen deutsche Staatsangehörige jedoch einen negativen Saldo von über 87 Tausend, was bedeutet, dass mehr von ihnen gegangen sind, als zurückgekehrt sind.

Die meisten Auswanderer sind junge Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren, die die größte einzelne Gruppe bilden, und zwei Drittel aller Auswanderer sind jünger als 40 Jahre. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Rentner, die auswandern, und sie kehren seltener zurück. Die Hauptgründe für das Verlassen des Landes sind Arbeit und Karriere, Lebensstil sowie familiäre und partnerschaftliche Beziehungen. Untersuchungen zeigen, dass mehr als drei Viertel der Auswanderer hoch qualifiziert sind und dass sich das durchschnittliche Nettoeinkommen nach der Auswanderung um etwa 1.100 bis 1.200 Euro monatlich erhöht. Deshalb sprechen Fachleute oft von „Brain Circulation“, weil viele Auswanderer mit der Zeit zusätzliches Wissen und Erfahrung erwerben und zurückkehren.

Schätzungen zufolge leben derzeit etwa 2,6 Millionen Deutsche im Ausland, was ungefähr 3% der Gesamtbevölkerung Deutschlands entspricht. Damit gehört das Land zu den führenden Industriestaaten mit einem hohen Anteil an Staatsangehörigen im Ausland.

Was den gesamten demografischen Kontext betrifft, lebten Ende 2024 fast 83,6 Millionen Einwohner in Deutschland, was einen sehr bescheidenen Anstieg von 0,1% gegenüber dem Vorjahr bedeutet, und das Bevölkerungswachstum ist vollständig das Ergebnis von Zuwanderung. Der Anteil älterer Bürger steigt weiter, und etwa 78% der Bevölkerung leben in städtischen Gebieten.

Auf dem Arbeitsmarkt ist die Beschäftigung in der ersten Hälfte des Jahres 2025 stabil, mit etwa 45,8 bis 46 Millionen Beschäftigten, während die Arbeitslosenquote im Juli 6,3% betrug, also fast drei Millionen arbeitslose Personen.

Der wirtschaftliche Ausblick Deutschlands für das Jahr 2025 zeigt eine Stagnation, mit einem leichten Wirtschaftswachstum, das für 2026 und 2027 prognostiziert wird. Der Export, der bisher einer der Hauptmotoren der Wirtschaft war, ist im ersten Halbjahr 2025 leicht zurückgegangen, und Unsicherheiten wie amerikanische Zölle bremsen die Aussichten zusätzlich.

Die Inflation lag im Juli bei 2,0%, während vorläufige Daten für August einen leichten Anstieg auf 2,2% zeigten. Die Lebenshaltungskosten, insbesondere die Lebensmittelpreise, bleiben weiterhin eine Herausforderung für die Verbraucher.

Abschließend bleibt Deutschland eines der führenden Industrie- und Exportländer der Welt, steht jedoch vor Herausforderungen wie einem negativen Wanderungssaldo unter den eigenen Staatsangehörigen, der Alterung der Bevölkerung und einem ungünstigen außenwirtschaftlichen Umfeld. Deshalb wird eine Politik, die auf die Gewinnung, Bindung und Rückkehr von Fachkräften ausgerichtet ist, für die Zukunft des Landes immer wichtiger.

Dieser Überblick basiert auf den Daten von Destatis, Untersuchungen zu Migrationen sowie demografischen und wirtschaftlichen Prognosen für Deutschland in den Jahren 2024 und 2025.