Dänemark erhöht das Rentenalter auf 70 Jahre: Bürger sorgen sich um die Lebensqualität im Alter
04.06.2025

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Dänemark wird bald das Land mit dem höchsten Renteneintrittsalter unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Union sein, nachdem das dänische Parlament beschlossen hat, die Altersgrenze schrittweise auf 70 Jahre anzuheben.
Diese Änderung hat heftige Reaktionen unter den Bürgern ausgelöst, insbesondere unter jenen, die körperlich anspruchsvolle Berufe ausüben. Viele betonen, dass es schwer vorstellbar ist, dass jemand bis zu diesem Alter arbeiten könnte und dabei noch genügend Zeit und Energie für die Familie hätte, insbesondere für die Enkelkinder.
Der Trend zur Erhöhung des Rentenalters ist in Europa nichts Neues. Zahlreiche Länder führen angesichts demografischer Herausforderungen und einer immer höheren Lebenserwartung ähnliche Maßnahmen ein. Kroatien hat beispielsweise mit der jüngsten Rentenreform, die im Juli in Kraft tritt, eine solche Erhöhung vorerst vermieden, doch die dänischen Arbeitnehmer hatten dieses Glück nicht. Nach dem neuen Gesetz wird das Rentenalter in Dänemark schrittweise erhöht, sodass es bis 2040 70 Jahre betragen wird, was die höchste Grenze in der Europäischen Union ist, berichtet index.hr.
Dänemark führte bereits 2006 eine Regel ein, nach der das Rentenalter an die erwartete Lebenserwartung angepasst wird, die derzeit 82 Jahre beträgt. Alle fünf Jahre wird diese Grenze überprüft, sodass das Renteneintrittsalter derzeit 67 Jahre beträgt. Es wird erwartet, dass es im Jahr 2030 auf 68 und 2035 auf 69 Jahre steigen wird. Die neue Grenze von 70 Jahren wird für alle gelten, die nach dem 31. Dezember 1970 geboren wurden. Das Gesetz wurde im Parlament mit 81 Stimmen dafür und 21 dagegen verabschiedet. Anspruch auf Rente in Dänemark besteht, wenn eine Person mindestens 40 Jahre lang Beiträge gezahlt und einen gemeldeten Wohnsitz im Land hatte, gerechnet ab dem 15. Lebensjahr bis zum Renteneintrittsalter.
Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen von der Sozialdemokratischen Partei kündigte im vergangenen Jahr die Möglichkeit an, die automatische Erhöhung des Rentenalters zu überdenken. Sie betonte, dass sie nicht mehr daran glaube, dass das Renteneintrittsalter automatisch steigen sollte, und merkte an, dass es nicht realistisch sei, ständig von den Menschen zu verlangen, noch ein weiteres Jahr länger zu arbeiten. Trotz dieser Ankündigungen geht das neue Gesetz dennoch in die entgegengesetzte Richtung, was zusätzliche Unzufriedenheit unter den Arbeitnehmern ausgelöst hat.
Besonders unzufrieden sind diejenigen, die körperlich anstrengende Arbeiten verrichten. Tommas Jensen, ein 47-jähriger Dachdecker, betonte im Gespräch mit dänischen Medien, dass es schwer vorstellbar sei, dass jemand bis zum 70. Lebensjahr weiterarbeiten könnte, insbesondere in seinem Beruf. Er hebt hervor, dass er sein ganzes Leben lang Steuern gezahlt und zur Gesellschaft beigetragen habe, und ist der Ansicht, dass die Menschen auch Zeit für die Familie haben sollten, insbesondere für Kinder und Enkelkinder.
Die Entscheidung des dänischen Parlaments hat zahlreiche Fragen über die Zukunft der Arbeit und der Rentensysteme aufgeworfen, nicht nur in Dänemark, sondern auch im übrigen Europa. Viele fragen sich, wie nachhaltig es ist, von den Menschen zu erwarten, bis zu einem so hohen Alter zu arbeiten, insbesondere in Berufen, die körperliche Anstrengung erfordern, und ob sich solche Maßnahmen langfristig auf die Lebensqualität älterer Bürger auswirken werden









