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Deutsche Berater schlagen vor: Automatische Anhebung des Rentenalters

06.10.2025

Deutsche Berater schlagen vor: Automatische Anhebung des Rentenalters

Deutsche Regierungsberater schlagen eine bedeutende Reform des Rentensystems vor, Beschäftigte könnten künftig bis zum Alter von 73 Jahren arbeiten.

Der deutsche Beraterausschuss beim Wirtschaftsministerium hat eine umfassende Rentenreform vorgeschlagen, mit der das Renteneintrittsalter automatisch an die Lebenserwartung gekoppelt würde. Dem Vorschlag zufolge würden zwei Drittel jedes zusätzlichen Lebensjahres der Erwerbszeit zugerechnet, während das verbleibende Drittel die Zeit des Rentenbezugs verlängern würde. Ziel des Vorschlags ist es, die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen unter den Bedingungen einer alternden Bevölkerung und eines schwachen Produktivitätswachstums zu sichern.

Die Autoren des Vorschlags, die Ökonomen Veronika Grimm, Justus Haucap, Stefan Kolev und Volker Wieland, nennen in ihrem Bericht keine konkreten Zahlen, sondern bieten Projektionen auf Grundlage mittlerer Annahmen an. Einer davon zufolge könnte das Renteneintrittsalter Anfang der 2070er Jahre etwa 69 Jahre erreichen, während einzelne Quellen, wie die Zeitung Bild, spekulieren, dass die Grenze bei einer automatischen Anpassung des Alters an die erwartete Lebensdauer um 2060 sogar auf 73 Jahre steigen könnte.

Die deutsche Wirtschaft stagniert seit Jahren im Vergleich zu vergleichbaren Ländern, vor allem wegen des schwachen Produktivitätswachstums und der ungünstigen Demografie, sodass die Bürger zur Aufrechterhaltung des Umfangs der Sozialleistungen länger arbeiten müssten. Als Beispiel für ein erfolgreiches Modell wird Dänemark genannt, dessen Parlament im Mai 2025 beschlossen hat, das Renteneintrittsalter bis 2040 auf 70 Jahre anzuheben. Das dänische System enthält außerdem einen eingebauten Mechanismus, der die Altersgrenze für nach 1970 geborene Generationen automatisch an Veränderungen der erwarteten Lebenserwartung anpasst.

Dieser Vorschlag eröffnet in Deutschland eine neue Debatte über das Gleichgewicht zwischen einem längeren Arbeitsleben und der Sicherung eines würdevollen Alters, was zu einer der Schlüsselfragen der künftigen Wirtschaftspolitik wird.