Plus
Anzeige schalten

Dieses Land der Region führt bei der Inflation: Wachstum auf dem Balkan deutlich gebremst

22.08.2025

Dieses Land der Region führt bei der Inflation: Wachstum auf dem Balkan deutlich gebremst

Neuer Bericht der Europäischen Kommission zeigt, dass sich das Wirtschaftswachstum der Länder des Westbalkans Anfang 2025 deutlich verlangsamt hat. Das durchschnittliche BIP-Wachstum fiel auf 2,3 Prozent, verglichen mit 3,3 Prozent im vorherigen Quartal.

Besonders hervorzuheben ist Montenegro, das derzeit die höchste Inflation in der Region verzeichnet, während seine Devisenreserven und fiskalische Stabilität schwächer werden, schreibt Biznis.ba.

Serbien bremste das Wachstum der Region am stärksten

Serbien verzeichnete den stärksten Rückgang, von 3,3 auf nur noch zwei Prozent Produktionswachstum. Damit zog gerade Belgrad die Gesamtergebnisse der Region am stärksten nach unten. Trotzdem hielten Länder wie Albanien, Kosovo und Nordmazedonien positive Raten von über drei Prozent aufrecht und zeigten damit eine etwas größere Widerstandsfähigkeit.

Konsum und Löhne: Ein zweischneidiges Schwert

Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt weiterhin die Inlandsnachfrage. Die Löhne stiegen weiter, was auch den Konsum der Haushalte erhöhte. Doch höhere Importe im Verhältnis zu den Exporten wirkten sich negativ auf das BIP aus, und auch der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen schwächte sich ab, insbesondere in Serbien und Nordmazedonien.

Die Inflation auf dem Balkan steigt erneut

Die durchschnittliche Inflation in der Region stieg in den ersten drei Monaten des Jahres 2025 auf 3,7 Prozent. Im zweiten Quartal bewegte sie sich von 2,3 Prozent in Albanien bis hin zu 4,3 Prozent in Montenegro, was den stärksten Preisanstieg in der Region darstellt. Obwohl einstellig, erzeugt die Inflation weiterhin erheblichen Druck auf den Lebensstandard der Bürger und den Staatshaushalt.

Die Arbeitslosenquote sank auf historisch niedrige Niveaus, wenn auch weiterhin höher als in der Europäischen Union. Dennoch kam die Beschäftigung nahezu zum Stillstand. In den ersten drei Monaten stiegen neue Arbeitsplätze nur mit einer Rate von 0,2 Prozent, was Anzeichen einer Sättigung des Arbeitsmarktes zeigt.

Fast alle Länder der Region, außer Nordmazedonien, verzeichnen eine Verschlechterung der öffentlichen Finanzen. Die Einnahmen steigen, doch die Ausgaben steigen noch schneller. Besonders in Serbien und im Kosovo hat der Staat die Kapitalinvestitionen deutlich erhöht, was die Haushalte zusätzlich belastet.

Die Wirtschaft des Balkans ist oft wie ein Zug, der auf einem Gleis in Richtung Europäische Union fährt und auf dem anderen in Richtung eigener struktureller Probleme. Die neuesten Daten bestätigen nur, dass das Wachstum immer geringer wird, während der Druck auf den Lebensstandard und die Staatsfinanzen immer größer wird.

Eine kleine und touristisch ausgerichtete Wirtschaft wie die montenegrinische schwankt zusätzlich aufgrund der Abhängigkeit von Tourismus und Importen. Sobald die Preise für Lebensmittel und Energieträger steigen oder der Tourismus schwächelt, steigt die Inflation sofort, was sich nun klar in den Daten zeigt.

Im Gegensatz zu den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die erst in eine Phase der schrittweisen Verlangsamung eintreten, spürt der Westbalkan bereits stärkere Folgen der globalen Abkühlung der Wirtschaft. Das bedeutet, dass der Schlag gegen Konsum und Kredite erst noch kommen könnte.

Seit der globalen Finanzkrise 2008 zeigt die Region eine größere Anfälligkeit für externe Schocks als die stabileren EU-Mitgliedstaaten. Ein ähnliches Szenario wiederholt sich auch jetzt.

Wenn die Inflation weiter steigt, könnten die Zentralbanken in der Region zu einer erneuten Zinserhöhung gezwungen sein. Das würde Kredite für Bürger und Unternehmen verteuern und damit das Wachstum zusätzlich bremsen. Das größere Risiko tragen jedoch die Staatsfinanzen, da die meisten Länder des Balkans die öffentlichen Ausgaben in hohem Maße durch Kredite finanzieren.