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Ein Teil der Bürger unzufrieden mit kostenlosem Banking: „Man sagte uns, wir könnten die mobile App wählen, aber das stimmt nicht“

03.01.2026

Ein Teil der Bürger unzufrieden mit kostenlosem Banking: „Man sagte uns, wir könnten die mobile App wählen, aber das stimmt nicht“

Der Beginn des Jahres 2026 war von einer der wichtigsten Veränderungen im Privatkundengeschäft auf dem kroatischen Markt geprägt.

Mit dem Inkrafttreten neuer regulatorischer Vorschriften sind Banken, die in Kroatien tätig sind, seit Januar verpflichtet, ihren Kunden die Eröffnung und Führung eines Girokontos mit einem Basispaket an Dienstleistungen ohne jegliche Gebühr zu ermöglichen. Es handelt sich um eine sozial sensible Maßnahme, die insbesondere für Rentner, Studierende und Bürger mit geringerem Einkommen von Bedeutung sein wird, für die jede Einsparung bei den monatlichen Kosten einen wichtigen Posten im Haushaltsbudget darstellt.

Obwohl die Nachricht grundsätzlich äußerst positiv ist, zeigen die ersten Tage der Umsetzung, dass der Weg zum kostenlosen Konto nicht automatisch erfolgt und eine gewisse Proaktivität der Kunden erfordert. Wichtig ist zu betonen, dass die Banken diesen Service bestehenden Kunden nicht von sich aus aktivieren, sondern dass nahezu alle Bankinstitute als zentrale Voraussetzung den persönlichen Besuch in einer Filiale festgelegt haben, wo der Kunde einen Antrag auf Wechsel zu einem Basiskonto stellen muss.

Was genau enthält das kostenlose Paket?

Der Gesetzgeber hat genau definiert, was den Bürgern kostenlos zur Verfügung stehen muss. In dieses gesetzlich garantierte kostenlose Paket sind die Eröffnung, Führung und Schließung des Kontos sowie die Ausgabe einer Debitkarte eingeschlossen, mit der an allen Verkaufsstellen bezahlt werden kann. Außerdem deckt das Paket den Eingang aller Zahlungen in Euro ab, darunter Gehälter, Renten und sonstige regelmäßige Einkünfte.

Wenn es um Bargeld geht, sind auch Einzahlungen auf das Konto sowie das Abheben von Bargeld kostenlos. Dennoch gibt es in diesem Bereich operative Unterschiede, da die Regeln auf dem gesamten Markt nicht vollständig einheitlich sind. Details wie die Anzahl kostenloser Bargeldabhebungen an Geldautomaten anderer Banken hängen weiterhin von den individuellen Richtlinien und der aktuellen Entwicklung der Regulierung des Geldautomatennetzes ab, weshalb den Kunden geraten wird, die spezifischen Bedingungen ihrer Bank zu prüfen.

Online- oder Mobile-Banking?

Die meisten Kontroversen in der Öffentlichkeit löste der Punkt zu den digitalen Dienstleistungen aus. Das Paket muss einen elektronischen Dienst enthalten, wobei die Bank selbst entscheidet, ob sie Online-Banking über den Computer oder Mobile-Banking über eine App anbietet.

Die größten Banken in Kroatien haben beschlossen, in das kostenlose Paket in erster Linie Online-Banking aufzunehmen. Dennoch ist das weder ein universeller Konsens noch eine Regel ohne Ausnahme. Einige Banken können, abhängig von ihrer Geschäftspolitik und dem Wunsch, Kunden zu gewinnen, sogar Mobile-Banking innerhalb dieses kostenlosen Modells anbieten, obwohl der aktuelle Markttrend dahin geht, dass die Option des Bankings über den Computer dominiert.

Mobile Apps können oft als Premium-Dienstleistung angesehen werden, die eine komplexere Infrastruktur erfordert, weshalb viele Institute sie in kostenpflichtigen Paketen belassen.

Bürger erwarteten eine größere Auswahl

Gerade dieser Unterschied zwischen Erwartungen und Realität führte zu einer gewissen Enttäuschung. Als in der Öffentlichkeit die im Basispaket enthaltenen Dienstleistungen erwähnt wurden, wurde oft angegeben, dass Online- oder Mobile-Banking gesichert sei, doch dabei wurde nicht immer klar darauf hingewiesen, wer die endgültige Entscheidung über die Auswahl trifft, der Nutzer oder die Bank. 'Sie sagten, wir könnten die mobile App wählen, aber das stimmt nicht. Die Bank wählt aus', betont ein unzufriedener Kunde. Tatsächlich ist es nämlich die Bank, die entscheidet, welche der digitalen Dienstleistungen sie innerhalb des Basispakets anbietet. Deshalb fühlen sich viele Bürger, die an die Schnelligkeit und Praktikabilität von Smartphones gewöhnt sind, benachteiligt, weil sie vollständige digitale Freiheit erwartet hatten.

Was bedeutet das für Kroatien?

Trotz anfänglicher Missverständnisse in Bezug auf digitale Kanäle stellt die Einführung des kostenlosen Basiskontos einen großen Fortschritt für Kroatien dar. Die Möglichkeit, Gehalt oder Rente zu empfangen, wird nun auch offiziell kostenlos, womit die bisherige Praxis korrigiert wird, nach der Bürger eine Gebühr an die Bank zahlen mussten, nur um ihr eigenes verdientes Geld zu erhalten. Diese Maßnahme stellt sicher, dass das Recht auf finanzielle Inklusion nicht vom Vermögensstand des Einzelnen abhängt. Für die kroatischen Bürger bedeutet dies garantierte finanzielle Sicherheit und die Abschaffung der Angst vor der Anhäufung von Kosten durch den Besitz eines Bankkontos, das heute für das Leben notwendig ist.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Banken ihre gesetzliche Pflicht erfüllt haben, die Umsetzung jedoch klar die Grenze zwischen Grundbedürfnis und Komfort aufgezeigt hat. Während die kostenlose Kontoführung nun zu einem Grundrecht geworden ist, bleibt modernes Mobile-Banking für den Großteil des Marktes weiterhin im Bereich der kommerziellen Dienstleistung.