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Strengere Regeln für ausländische Arbeitskräfte in Kroatien: Gesundheitsnachweise und Sprachkurse Pflicht

19.12.2025

Strengere Regeln für ausländische Arbeitskräfte in Kroatien: Gesundheitsnachweise und Sprachkurse Pflicht

Der kroatische Arbeitsmarkt durchläuft eine bedeutende Transformation, die durch strengere Kontrollen, die Bekämpfung illegaler Praktiken und die Einführung neuer Standards für ausländische Arbeitskräfte gekennzeichnet ist.

Nach den neuesten Daten des Ministeriums für Arbeit und Rentensystem ist das System deutlich geordneter geworden, was durch den Rückgang der Zahl neuer Arbeitserlaubnisse um 17 % im Vergleich zum Vorjahr bestätigt wird. Gleichzeitig stieg die Zahl der Versicherten im Rentensystem um 10 %, was darauf hindeutet, dass Arbeitgeber nun langfristiger planen und sich häufiger für die Verlängerung bestehender Verträge entscheiden, anstatt die Arbeitskräfte ständig wechseln zu lassen.

Im Netzwerk des Ersten auf HRT-u, betonte der Staatssekretär des Ministeriums für Arbeit und Rentensystem, Ivan Vidiš, dass die Priorität des Staates im Kampf gegen unlauteren Wettbewerb und nicht angemeldete Arbeit liege. Das System stabilisiert sich derzeit, und sogar 40 % der erteilten Genehmigungen entfallen auf Verlängerungen, was ein deutlicher Sprung gegenüber den früheren 25 % ist. Dieser Trend weist darauf hin, dass ausländische Arbeitskräfte zu einem dauerhafteren Teil der kroatischen Wirtschaft werden und nicht nur eine vorübergehende Lösung sind.

Neue Regeln für Aufenthalt und Arbeit

Die zentrale Änderung im System basiert auf drei neuen Kontrollsäulen, die den Beschäftigungsprozess direkt beeinflussen. Die erste Regel betrifft strenge gesundheitliche Voraussetzungen. Die Änderungen der Verordnung über den Aufenthalt von Staatsangehörigen aus Drittstaaten sehen die verpflichtende Vorlage einer Bescheinigung über den Gesundheitszustand und den Impfstatus beim ersten Antrag auf Aufenthalt vor. Miroslav Venus, Präsident der Kroatischen epidemiologischen Gesellschaft, betont, dass die Dokumentation nicht älter als 90 Tage sein darf, wodurch ein präventiver Schutz der öffentlichen Gesundheit gewährleistet wird.

Die zweite wichtige Regel ist die Einführung des verpflichtenden Erlernens der kroatischen Sprache. Der Staat hat Mittel aus europäischen Fonds bereitgestellt, doch aufgrund des bisher geringen Interesses wird der neue gesetzliche Rahmen das Überwinden sprachlicher Barrieren als grundlegende Voraussetzung für Integration und Arbeit im Dienstleistungssektor stärker fördern.

Die dritte Regel umfasst die verstärkte Inspektionsaufsicht über Löhne gemäß den Kollektivverträgen, womit die Unterbezahlung von Ausländern und infolgedessen das Drücken des Arbeitslohns auf dem heimischen Markt verhindert werden soll.

Statistischer Überblick nach Angaben des MUP-a

Die offiziellen Statistiken des Innenministeriums für den Zeitraum von Anfang Januar bis Ende November 2025 bestätigen diese Trends und geben einen präzisen Einblick in die Beschäftigungsstruktur. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 160.176 Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse erteilt. Die Analyse nach Sektoren zeigt, dass der größte Druck weiterhin im Tourismus und Gastgewerbe mit 50.530 Genehmigungen besteht, während das Bauwesen diesem Trend mit 49.118 ausgestellten Dokumenten folgt. Eine bedeutende Zahl von Arbeitskräften wurde auch in der Industrie beschäftigt, nämlich 22.610, während Verkehr und Kommunikation sowie der Handel insgesamt rund 20.000 ausländische Arbeitskräfte aufgenommen haben.

Betrachtet man die Art der ausgestellten Dokumente, ist ersichtlich, dass Neueinstellungen 76.700 Genehmigungen umfassen, während sich sogar 64.009 auf Verlängerungen bestehender Aufenthalte beziehen, was die Stabilisierung der Arbeitskräfte bestätigt. Für Saisonarbeit wurden im genannten Zeitraum 19.467 Genehmigungen erteilt. Die größte Zahl von Arbeitskräften kommt im Jahr 2025 weiterhin aus Bosnien und Herzegowina mit über 30.000 Genehmigungen, dicht gefolgt von Nepal mit 29.579 Arbeitskräften. Zu den am stärksten vertretenen Nationen gehören auch Staatsangehörige Serbiens mit 23.145 Genehmigungen, der Philippinen mit 16.195 sowie Indiens mit 14.500. Einen bedeutenden Anteil stellen auch Arbeitskräfte aus Nordmazedonien, dem Kosovo, Usbekistan, Ägypten und Bangladesch.

Die aktuellen Änderungen in der Gesetzgebung und die verstärkte Aufsicht machen deutlich, dass Kroatien nicht länger nur eine Durchgangsstation für den unkontrollierten Import von Arbeitskräften sein will, sondern die Schaffung eines nachhaltigen und geordneten Marktes anstrebt. Der Fokus auf Gesundheitsprotokolle und das Erlernen der Sprache zeigt, dass Integration aufhört, nur ein theoretischer Begriff zu sein, und zu einer konkreten Voraussetzung für Arbeit wird. Obwohl Arbeitgeber zu einer qualitativ besseren Planung gezwungen sind, zeigt sich der langfristige Nutzen eines solchen Ansatzes in größerer Sicherheit für den heimischen Arbeitsmarkt und in der Verringerung der Grauzone, die das Wirtschaftssystem jahrelang ausgehöhlt hat. Die offen bleibende Frage ist, ob strengere Bedingungen einen Teil der dringend benötigten Arbeitskräfte abschrecken werden oder ob sie, was wahrscheinlicher ist, Kroatien als Ziel profilieren werden, das stabilere und gerechtere Arbeitsbedingungen für diejenigen bietet, die bereit sind, lokale Regeln und Standards zu respektieren.