Zahl ausländischer Arbeitskräfte in Kroatien rückläufig: 15,7 % weniger Genehmigungen als im Vorjahr
13.11.2025

Das Innenministerium (MUP) hat offizielle Daten über die Anzahl der erteilten Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse für ausländische Arbeitnehmer veröffentlicht, und die Zahlen für die ersten zehn Monate des Jahres 2025 zeigen deutlich eine bedeutende Wende und einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.
Vergleicht man den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Oktober, hat Kroatien im Vergleich zum Vorjahr sogar 27.738 Genehmigungen weniger erteilt, was einem Rückgang von ungefähr 15,7 Prozent entspricht.
Vom 1. Januar bis zum 31. Oktober 2024 wurden insgesamt 176.904 Genehmigungen erteilt. Diese Zahl sank im Jahr 2025 auf 149.166 erteilte Genehmigungen. Dieser Rückgang ergibt sich in erster Linie aus der drastischen Verringerung der für neue Beschäftigungen erteilten Genehmigungen, da die Zahl neuer Arbeitnehmer von 112.617 im Jahr 2024 auf 72.987 im Jahr 2025 fiel. Obwohl ein Anstieg bei der Zahl der Verlängerungen bestehender Genehmigungen und der Genehmigungen für Saisonarbeiter verzeichnet wurde, reichte dies nicht aus, um den Mangel an neu eingestellten ausländischen Staatsangehörigen auszugleichen.
Der häufig genannte Grund für die plötzliche Verlangsamung bei der Erteilung neuer Genehmigungen für ausländische Arbeitnehmer liegt höchstwahrscheinlich in den gesetzlichen Änderungen, genauer gesagt in den Änderungen und Ergänzungen des Ausländergesetzes, die die Regierung im Februar 2025 verabschiedet hat. Obwohl laut den Worten von Premierminister Andrej Plenković und Minister Davor Božinović die Hauptziele der Änderungen eine systematischere Regulierung, ein größerer Schutz ausländischer Arbeitnehmer und die Verhinderung von Missbrauch waren, führten die neuen Vorschriften in der Praxis zu deutlich strengeren und anspruchsvolleren administrativen Bedingungen für Arbeitgeber. Die Warnungen der Arbeitgeberverbände und zahlreiche Medienberichte deuteten bereits damals darauf hin, dass der neue Rahmen die Einfuhr von Arbeitskräften verlangsamen würde, was sich später auch durch den Rückgang der Zahl neu eingestellter Ausländer bestätigte.
Das konkreteste Beispiel für die administrative Verschärfung ist die Einführung verpflichtender finanzieller Garantien für Arbeitgeber bei der Anwerbung neuer Arbeitnehmer. Nach den neuen Bestimmungen muss der Arbeitgeber einen Schuldschein oder ein ähnliches Instrument zugunsten des Innenministeriums (MUP) ausstellen, um die Kosten der Rückkehr des ausländischen Arbeitnehmers im Falle eines illegalen Aufenthalts zu decken. Diese Verpflichtung hat zusammen mit strengeren Prüfungen der Übereinstimmung der Löhne mit den Löhnen inländischer Arbeitnehmer, dem Nachweis einer angemessenen Unterkunft sowie der Bedingung eines Mindestumsatzes von €10.000 für juristische Personen und €15.000 für Gewerbetreibende in den letzten sechs Monaten das finanzielle Risiko und die administrative Belastung erheblich erhöht. Deshalb haben sich viele Arbeitgeber wahrscheinlich entschieden, die Einstellung neuer Arbeitnehmer zu verlangsamen oder aufzuschieben und sich dabei auf die Verlängerung der Genehmigungen für bestehende und bereits eingearbeitete Beschäftigte zu stützen.
Wende in den führenden Sektoren
Die Analyse nach Wirtschaftszweigen offenbart einen interessanten Trend: Tourismus und Gastgewerbe haben im Jahr 2025 die führende Position übernommen, während das Bauwesen den größten Rückgang verzeichnete.
In den zehn Monaten des Jahres 2025 wurden die meisten Genehmigungen in folgenden Sektoren erteilt:
- Tourismus und Gastgewerbe mit 48.344 erteilten Genehmigungen.
- Bauwesen, das mit 44.888 Genehmigungen folgt.
Diese Veränderung ist im Vergleich zum Jahr 2024 besonders deutlich sichtbar, als das Bauwesen mit 63.356 erteilten Genehmigungen klar vorne lag, während Tourismus und Gastgewerbe damals mit 51.209 Genehmigungen auf dem zweiten Platz standen. Außerdem wurde auch in der Industrie (20.616), im Verkehr und in den Verbindungen (11.303) sowie im Handel (7.404) eine bedeutende Zahl von Genehmigungen erteilt, was auf die breite Präsenz ausländischer Arbeitskräfte in der gesamten kroatischen Wirtschaft hinweist.
Dominanz Nepals und Verschiebung auf der Länderliste
Unter den Staatsangehörigen, denen Genehmigungen erteilt wurden, hält Bosnien und Herzegowina mit 28.212 Genehmigungen im Jahr 2025 weiterhin den ersten Platz, doch auch in dieser Kategorie wurde im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Rückgang verzeichnet.
Besonders auffällig ist, dass Nepal mit 27.365 erteilten Genehmigungen dem führenden Bosnien und Herzegowina außerordentlich nahe gekommen ist und seine Position als zweitwichtigste Quelle ausländischer Arbeitskräfte bestätigt hat.
Die Liste der Staaten mit der höchsten Zahl erteilter Genehmigungen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 sieht wie folgt aus:
- Bosnien und Herzegowina - 28.212
- Nepal - 27.365
- Serbien - 22.097
- Philippinen - 14.560
- Indien - 13.397
- Nordmazedonien - 10.900
Diese Daten zeigen deutlich, dass Kroatien trotz des Rückgangs der Gesamtzahl der Genehmigungen weiterhin in hohem Maße von ausländischen Arbeitnehmern abhängig ist, wobei sich die Quellen der Arbeitskräfte zunehmend von traditionell nahestehenden europäischen Staaten hin zu asiatischen Ländern verlagern.









