FALL AUS BADEN-WÜRTTEMBERG: Sie verklagen das Land wegen zu vieler Überstunden
07.02.2024

Unterricht vorbereiten, Tests korrigieren, mit Eltern sprechen: Als Lehrer zu arbeiten ist viel mehr als „nur“ Unterricht. Zwei Pädagoginnen verklagen nun sogar das deutsche Bundesland Baden-Württemberg.
Wie deutsche Medien berichten, haben zwei Lehrerinnen in einem Jahr über 200 Überstunden geleistet. Eigentlich sollten sie 41 Stunden pro Woche arbeiten – aber das ist weit entfernt von dem, wie viel sie tatsächlich gearbeitet haben.
„Kein Jahresurlaub“
„Sie können jetzt ausrechnen: Wenn Sie 250 Stunden mehr arbeiten, sind das etwa sechs Wochen. Das bedeutet, dass Sie keinen Jahresurlaub mehr haben, und das ist einer der Gründe, warum Lehrer die höchste Burnout-Rate im Beruf von allen Berufsgruppen haben und warum der Lehrerberuf jetzt so unattraktiv ist“, heißt es vom Philologenverband Baden-Württemberg, der die Klage unterstützt.
Streng genommen gibt es eine EU-Entscheidung und ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts zur verpflichtenden Erfassung der Arbeitszeit – aber es gibt noch immer kein angepasstes geltendes Gesetz.
„Letztlich hat der Europäische Gerichtshof bereits entschieden, dass es um den Schutz der Beschäftigten vor Überarbeitung geht“, erklärt die Fachanwältin für Arbeitsrecht gegenüber deutschen Medien.
Erfassung der Arbeitszeit
Der Europäische Gerichtshof und das Bundesarbeitsgericht waren sich einig, dass die Erfassung der Arbeitszeit auch zum Nachteil der Arbeitnehmer sein kann.
„Die Erfassung der Arbeitszeit sollte für den Arbeitnehmer nicht nachteilig sein, sondern ihn schützen“, erklärt die Anwältin.
Wie deutsche Medien berichten, ist die Erfassung der Arbeitszeit für alle Arbeitgeber verpflichtend, auch wenn es noch kein angepasstes Gesetz gibt. Arbeitgebern ist auch die Nutzung von Apps erlaubt, in die Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit eintragen können.
Quelle: fenix-magazin.de









