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Gemischte Aussichten für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023

05.01.2023

Gemischte Aussichten für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023

BERLIN – Die deutschen Wirtschaftsprognosen für dieses Jahr sind gemischt. Es wird nicht erwartet, dass die Rezession so tief ausfällt wie vorhergesagt, und es wird erwartet, dass die Inflation das ganze Jahr über auf einem hohen Niveau von etwa 7 % bleibt.

Wie Wirtschaftsminister Robert Habeck prognostiziert, hat das Land die Energieversorgung auch ohne russische Energieträger gesichert, doch das größte Problem der deutschen Wirtschaft bleibt der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und die hohen Energiekosten.

Die Erholung der deutschen Wirtschaft nach den pandemiebedingten Einschränkungen wurde durch den Krieg in der Ukraine abrupt unterbrochen. Die deutsche Regierung reagierte auf die Energiekrise – den Mangel an Energieträgern und die hohen Preise – relativ schnell und vor allem großzügig mit 200 Milliarden Hilfen für Unternehmen und Haushalte, was nach den Worten unseres Gesprächspartners Stefan Kooths, verantwortlich für Wirtschaftsprognosen am Economic Institut in Kiel, das auch die deutsche Regierung berät, zu breit angelegt und schlecht zielgerichtet ist.

„Es ist zu breit angelegt und unterstützt auch Privatpersonen, die diese Hilfe nicht benötigen, was bedeutet, dass es die Kaufkraft in einem Teil des privaten Sektors erhöht und dadurch Inflation auslöst. Wir sollten zielgerichteter sein, um in ruhigen Gewässern zu bleiben.“

Deutschland steht eine Phase der Stagnation bevor, es wird erwartet, dass das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr, insbesondere in der zweiten Hälfte, auf Jahresbasis nur um 0,3 % höher sein wird und im Jahr 2024 nur um ein Prozent steigt, und dafür wird die deutsche Politik viele Hausaufgaben machen müssen, schätzt Kooths. „Vor allem muss die Energiekrise anders gelöst werden, vor allem muss das Angebot erhöht werden, wir brauchen mehr Energieträger als bisher, dazu gehören auch langfristige Verträge für Terminals für Flüssiggas, es darf nicht zugelassen werden, dass irgendein Kernkraftwerk geschlossen wird, sondern im Gegenteil, man sollte noch einmal darüber nachdenken und alle 6 Kernkraftwerke wieder ans Netz anschließen.“

Die Mehrheit der Deutschen unterstützt auch eine Verlängerung der Laufzeit für Kernkraftwerke. Das deutsche Finanzministerium, das von Christian Lindner von den liberalen Freien Demokraten geführt wird, bereitet eine Strategie zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands vor, die auch die Verlängerung des Betriebs von drei Kernkraftwerken sowie Steuererleichterungen für Unternehmen, den Vorschlag zur Verschiebung der Erhöhung der CO2-Preise im Jahr 2024 und die Aufhebung des Verbots des sogenannten fracking umfasst; die Grünen in der Regierung unterstützen die letzten beiden Vorschläge nicht. Die Aussichten für die erste Hälfte des Jahres 2023 sind nicht gut, doch bereits in der zweiten Hälfte werden weniger Unsicherheiten, ein deutlicher Lohnanstieg und ein Rückgang der Inflation erwartet.

Quelle: seebiz.eu