In der Schweiz mit 77 km/h unterwegs: Strafe für Geschwindigkeitsüberschreitung fast 100.000 Euro
18.08.2025

Ein Fahrer in der Schweiz sah sich wegen zu schnellen Fahrens mit einer enormen Strafe konfrontiert. Das Foto aus dem Blitzer könnte ihn sogar 95.500 Euro kosten, was etwa 90.000 Schweizer Franken entspricht.
Es handelt sich um einen Fahrer, der in einer 50km/h-Zone 77km/h fuhr, was ein Verstoß weit über den üblichen Standards ist, schreibt autobild.de.
Im Gegensatz zu den meisten europäischen Staaten legt die Schweiz die Höhe der Geldstrafe für Verkehrsverstöße nach dem persönlichen Einkommen des Täters fest. So ist laut Berichten schweizerischer Medien der bestrafte Fahrer einer der 300 reichsten Menschen im Land, und sein Vermögen wird auf mehrere hundert Millionen Franken geschätzt. Genau deshalb ist die Höhe der Strafe nicht mit denen vergleichbar, die einem durchschnittlichen Bürger auferlegt würden.
Mildernde Umstände für den Fahrer
Trotz der Höhe der Strafe wird der Fahrer nicht sofort den vollen Betrag zahlen. Ihm wurde auferlegt, 10.000 Franken sofort zu zahlen, während die verbleibenden 80.000 Franken bedingt sind, das heißt, sie werden nicht eingezogen, wenn er in den nächsten drei Jahren keinen ähnlichen Verstoß wiederholt.
Vergleich mit anderen Staaten
Für einen ähnlichen Verstoß in Deutschland beträgt die maximale Strafe für zu schnelles Fahren innerhalb geschlossener Ortschaften etwas weniger als 850 Euro, selbst wenn Sie 70km/h über dem Limit gefahren sind. Ein solcher Betrag, wie er dem schweizerischen Millionär auferlegt wurde, ist in Deutschland unvorstellbar.
Die Schweiz ist nicht das einzige Land, das Verkehrsstrafen an das Einkommen anpasst. Ein finnischer Fahrer zahlte im Jahr 2023 wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 32km/h in einer 50km/h-Zone sogar eine Strafe von 121.000 Euro.
Viele Staaten sind der Ansicht, dass eine proportionale Strafe wirksamer ist, weil dieselbe Geldstrafe nicht dieselbe Belastung für Bürger mit unterschiedlichem Vermögensstand bedeutet. Mit diesem Ansatz soll sichergestellt werden, dass auch die Reichsten eine tatsächliche Konsequenz ihres Handelns spüren.
Verkehrsstrafen und Sicherheit
Strafen für zu schnelles Fahren dienen nicht nur dazu, den Staatshaushalt zu füllen, sondern schützen in erster Linie das Leben aller Verkehrsteilnehmer. Zu schnelles Fahren ist die Hauptursache für Verkehrsunfälle mit den schwersten Folgen.
Obwohl sich viele Fahrer darüber beklagen, dass sie die Begrenzung „nicht bemerkt“ hätten oder sie unbeabsichtigt überschritten hätten, ist das Gesetz gegenüber Unachtsamkeit nicht unbedingt milde. Die Verantwortung für die Einhaltung der Verkehrsregeln bleibt immer beim Fahrer.
Die heutigen Verkehrskontrollen nutzen sehr ausgefeilte Kameras und Sensoren, sodass die Möglichkeit, einer Strafe zu entgehen, immer geringer wird. Statt zu versuchen, das Gesetz zu umgehen, wird den Fahrern empfohlen, sich an die vorgeschriebenen Begrenzungen zu halten.
Während in einigen Ländern, wie Deutschland, Verkehrsstrafen durch Tabellen streng festgelegt sind, führen andere Staaten wie die Schweiz und Finnland Prinzipien ein, nach denen jeder nach seinen Möglichkeiten zahlt.
Wenn Geldstrafen Beträge von mehreren Zehntausend oder Hunderttausend Euro erreichen, wecken sie unweigerlich das Interesse der Öffentlichkeit und senden gleichzeitig eine starke Botschaft über die Bedeutung der Verkehrskultur.









