„Job-Turbo“ in Deutschland: Diese Menschen finden zunehmend Arbeit
22.04.2024

Die Beschäftigung von Flüchtlingen aus der Ukraine, aber auch aus anderen Ländern in Deutschland, nimmt trotz des immer schwierigeren Arbeitsmarktes zu.
Der sogenannte Job-Turbo, der Ende vergangenen Jahres gestartet wurde, beginnt zu wirken, sagte der Bundesbeauftragte für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, Daniel Terzenbach, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
„Wir sehen, dass der Anstieg der Zahl der Arbeitsplätze in die richtige Richtung geht, je intensiver wir mit den Menschen arbeiten – obwohl die Wirtschaft derzeit schwach ist“, betonte er.
„Wir haben im März 2023 rund 2.500 Ukrainer beschäftigt und im März 2024 mehr als 5.000“, sagte Terzenbach. „Wir haben über 170.000 mehr Arbeitslose als im gleichen Monat des vergangenen Jahres, und dennoch steigt die Beschäftigung von Ukrainern deutlich an.“
Auch bei Personen aus acht Asylherkunftsländern ist die Beschäftigung gestiegen – insbesondere in Syrien und Afghanistan. Aus dieser Gruppe traten im März 13.076 Personen in den ersten Arbeitsmarkt ein. Im März 2023 waren es nur 11.155 – bei einer insgesamt noch günstigeren Lage auf dem Arbeitsmarkt.
„Flüchtlinge, die im ersten Flüchtlingszustrom 2015 und 2016 nach Deutschland gekommen sind, sind überdurchschnittlich gut in den Arbeitsmarkt integriert, sogar im internationalen Vergleich. Es gab ziemlich viel Arbeitsmarktintegration“, sagte Terzenbach. Rund 70 Prozent der Männer aus Syrien haben einen Job. „Bei der Integration von Frauen müssen wir noch etwas aufholen“, sagte er der dpa.
Künftig will Terzenbach vermeiden, dass überwiegend gut ausgebildete Ukrainer zu lange in Deutschkursen oder anderen Kursen bleiben. Wichtig ist, die Menschen schnell in Beschäftigung zu bringen. Die Qualifizierung sollte dann jedoch fortgesetzt werden, um insbesondere das Problem des Fachkräftemangels anzugehen.
Eine Ärztin aus der Ukraine konnte beispielsweise zunächst in einem Krankenhaus ohne deutsche Zulassung arbeiten und wichtige Hilfstätigkeiten ausüben – bevor sie später die Zulassung zur ärztlichen Tätigkeit in Deutschland erhalten und als Ärztin in Vollzeit arbeiten konnte. Ähnliche Möglichkeiten gibt es auch in anderen Berufen.
Ein weiterer Bericht aus der bisherigen Arbeit mit Flüchtlingen ist, dass die Arbeitsagenturen viel enger mit ihrer Gemeinschaft zusammenarbeiten.
-Jetzt wissen wir, wie wichtig es ist, Interessengruppen wie Migrationsvereine, Wohlfahrtsverbände und ehrenamtliche Strukturen viel stärker in die Arbeitsmarktintegration einzubeziehen“, sagte Terzenbach und fügte hinzu, dass man „auf den Kanälen der sozialen Medien stärker präsent sein muss, um Desinformation entgegenzuwirken“, berichtet dpa.
Quelle: fenix-magazin.de









