Kroatische Arbeitnehmer verdienen halb so viel wie der EU-Durchschnitt und dreimal weniger als Österreicher
06.10.2025

Nach Angaben der Unabhängigen Kroatischen Gewerkschaften ist der kroatische Arbeitnehmer nicht zu teuer, sondern systematisch unterbezahlt.
Die Unabhängigen Kroatischen Gewerkschaften erklären, dass Behauptungen über „hohe Arbeitskosten“ nicht nur falsch, sondern auch schädlich sind, weil sie die tatsächlichen Gründe für wirtschaftliche Probleme verschleiern und den Eindruck erwecken, dass Arbeitnehmer die Entwicklung behindern.
Wie Daten von Eurostat zeigen, beträgt der Preis einer Arbeitsstunde in Kroatien 16,5 Euro, während der Durchschnitt der Europäischen Union auf 33,5 Euro steigt. In Österreich kostet eine Arbeitsstunde 44,5 Euro, in Deutschland 43,4 Euro, in Irland 42,5 Euro und in Belgien sogar 48,2 Euro. Der kroatische Arbeitnehmer ist, so folgern die Gewerkschafter, doppelt so günstig wie der durchschnittliche europäische Arbeitnehmer und fast dreimal günstiger als der österreichische.
Die Gewerkschaft betont, dass in der heimischen Öffentlichkeit oft wiederholt wird, dass Löhne und Arbeitskosten in Kroatien schneller steigen als im übrigen Europa, doch diese Daten ergeben erst Sinn, wenn sie in einen Kontext gestellt werden. Im zweiten Quartal 2025 stiegen die Arbeitskosten in Österreich um 3,8 Prozent, was auf der Grundlage von 44,5 Euro 1,69 Euro mehr pro Stunde bedeutet. Kroatien verzeichnete einen Anstieg von 9,2 Prozent, aber auf einer Grundlage von nur 16,5 Euro, was lediglich 1,51 Euro ausmacht. Es zeigt sich, dass der österreichische Arbeitnehmer trotz des geringeren Prozentsatzes eine höhere tatsächliche Lohnerhöhung erhält. Wie im NHS betont wird, bezahlen Prozentsätze keine Rechnungen und füllen keine Geldbörsen, wichtig ist die Endzahl auf der Gehaltsabrechnung.
Die Gewerkschafter weisen auch auf das Paradox des kroatischen Alltags hin: Die Preise für Lebensmittel, Kraftstoff und grundlegende Lebenshaltungskosten sind fast gleich wie in Deutschland oder Österreich, aber die Durchschnittslöhne bleiben um die Hälfte niedriger. Das bedeutet, dass kroatische Arbeitnehmer trotz niedrigerer Einkommen in einer teureren Realität leben, weil sie mit kleineren Löhnen Kosten decken, die jenen in reicheren europäischen Ländern ähneln. Ein solches Verhältnis führt zu Unsicherheit und zur Abwanderung von Arbeitskräften, was die Wirtschaft langfristig schwächt.
Die Unabhängigen Kroatischen Gewerkschaften fügen hinzu, dass Länder mit höheren Löhnen diesen Standard nicht durch Kürzung der Arbeitskosten erreicht haben, sondern durch Investitionen in Technologie, Innovationen und Bildung. In Kroatien jedoch versucht ein Teil der Arbeitgeber weiterhin, Einsparungen durch die Verringerung von Arbeitnehmerrechten oder niedrige Löhne zu erzielen, anstatt durch Modernisierung. Die Gewerkschaften betonen daher, dass die Zeit billiger Arbeitskräfte enden muss und dass der Arbeitnehmer zu einer Schlüsselressource werden muss und nicht zu einer Belastung für das Unternehmen.
Wenn wir die Menschen im Land halten, den Lebensstandard anheben und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft werden wollen, so erklären die Gewerkschafter, ist es notwendig, die Bruttolöhne systematisch zu erhöhen, in technologischen Fortschritt zu investieren und ein gerechteres Verhältnis zwischen Arbeit und Kapital herzustellen. Wissen, Mühe und Erfahrung der Arbeitnehmer sind die Grundlage jeder wirtschaftlichen Stabilität, ohne die es weder Profit noch Wirtschaftswachstum gibt.
Nach Angaben von Eurostat verdient der kroatische Arbeitnehmer für eine Arbeitsstunde im Durchschnitt 16,5 Euro. In Österreich ist dieser Betrag fast dreimal so hoch und erreicht 44,5 Euro, während er in Deutschland 43,4 Euro beträgt. Irland verzeichnet im Durchschnitt 42,5 Euro pro Stunde, und Belgien hat mit 48,2 Euro einen der höchsten Arbeitskostenpreise in der Europäischen Union. Im Vergleich zum EU-Durchschnitt von 33,5 Euro liegt Kroatien mit etwas mehr als der Hälfte dieses Betrags weiterhin zurück.
Mit anderen Worten: Für die gleiche Arbeitsmenge verdient ein kroatischer Beschäftigter fast doppelt so wenig wie der durchschnittliche Bürger der EU und dreimal weniger als ein Kollege in Ländern, die hinsichtlich des Lebensstandards vergleichbar sind. Wenn auch ähnliche Preise des Warenkorbs berücksichtigt werden, wird der Unterschied im Lebensstandard noch ausgeprägter, was erklärt, warum viele Arbeitnehmer ihre Chancen im Ausland suchen.
Obwohl Kroatien in den letzten Jahren ein stabiles Lohnwachstum verzeichnet, gleicht dieses Wachstum die historische Kluft zwischen den entwickelten Volkswirtschaften Westeuropas und den neueren Mitgliedstaaten der Union noch immer nicht aus. Der Schlüssel liegt, wie die Gewerkschaften betonen, nicht in der Senkung der Arbeitskosten, sondern in der Steigerung der Produktivität, der Modernisierung der Industrie und der Schaffung von Bedingungen, unter denen Arbeit geschätzt und angemessen bezahlt bleibt.









