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Nahezu kostenloser Nahverkehr in Deutschland verringerte Staus auf den Straßen

24.07.2022

Nahezu kostenloser Nahverkehr in Deutschland verringerte Staus auf den Straßen

Gleichzeitig wurde auch der Kraftstoffpreis subventioniert, was jedoch nicht zu einem spürbaren Rückgang der Preise für Erdölderivate führte

Die Einführung einer einheitlichen günstigen Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr im gesamten Gebiet Deutschlands für den Sommerzeitraum hat die Staus auf deutschen Straßen verringert, berichtet das Unternehmen für GPS-Geräte TomTom am Freitag.

„Im Juli gab es im Vergleich zum Mai weniger Staus, und zwar in 23 von 26 Städten, in denen wir Messungen durchgeführt haben“, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters Ralf-Peter Schaefer.

Für die Messung wurde eine Woche im Juli ausgewählt, in der in den Städten, in denen gemessen wurde, die Ferien noch nicht begonnen hatten. Die Messung zeigte außerdem weniger Staus im Vergleich zum gleichen Zeitraum in den Jahren vor der Pandemie.

„Vielleicht ist es noch zu früh, Schlussfolgerungen zu ziehen, aber wir glauben, dass der Rückgang der Zahl der Staus mit der Einführung der 9-Euro-Karte zusammenhängt“, sagte Schaefer.

Die deutsche Regierung hat im Rahmen von Maßnahmen, mit denen die Bürger wegen des starken Anstiegs der Energiepreise entlastet werden sollten, im Juni für drei Monate eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr eingeführt, die 9 Euro kostet und im gesamten Gebiet Deutschlands für alle Verkehrsmittel des lokalen Verkehrs und eine unbegrenzte Anzahl von Fahrten gilt.

Gleichzeitig wurde auch der Kraftstoffpreis subventioniert, was jedoch nicht zu einem spürbaren Rückgang der Preise für Erdölderivate führte.

Die deutschen Behörden prüfen derzeit, in welcher Form sie nach August, wenn die dreimonatige Phase der 9-Euro-Karte endet, die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs fördern würden.

Bis Mitte Juli wurden über 30 Millionen Monatskarten zum ermäßigten Preis verkauft. Diese Maßnahme löste jedoch auch zahlreiche Kritiken wegen überfüllter Züge aus, die teilweise aufgrund chaotischer Situationen nicht von den Bahnhöfen abfuhren.

Viele, die für den Weg zur Arbeit öffentliche Verkehrsmittel nutzen, kündigten an, bis diese Maßnahme ausläuft und sich die Zahl der Fahrgäste verringert, das eigene Auto zu benutzen.

Verbände der Zugnutzer wiesen ebenfalls darauf hin, dass die drei Milliarden Euro, die die Maßnahme zur Subventionierung der Fahrkarten gekostet hat, für die Modernisierung des Schienennetzes hätten verwendet werden können.

Quelle: jutarnji.hr