Österreich will Pensionisten zum Arbeiten motivieren: Deutlich günstigere Bedingungen geplant
15.09.2026

Österreich bereitet eine große Änderung vor, mit der es die Menschen dazu bewegen will, auch nach Erreichen des Pensionsanspruchs weiterzuarbeiten.
Wer das gesetzliche Pensionsalter erreicht, könnte ab 2027 deutlich günstigere Bedingungen haben, wenn er sich entscheidet, weiterzuarbeiten. Nach Informationen des österreichischen Parlaments hat der Vorschlag am 9. September den Ausschuss für Arbeit und Soziales passiert und sieht einen steuerfreien Betrag von höchstens 1.250 Euro monatlich, beziehungsweise 15.000 Euro jährlich.
Erleichterung auch für jene, die bereits eine Pension beziehen
Die neue Vergünstigung soll auch für Personen gelten, die den Pensionsantritt aufschieben und in ihrem bisherigen Beruf weiterarbeiten, aber auch für jene, die bereits eine Pension beziehen und zusätzlich arbeiten. Dabei ist es nicht wichtig, ob die Person bei einem Arbeitgeber oder selbstständig tätig ist. Das bedeutet, dass ein Teil des Einkommens aus Arbeit nach Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters bis zum vorgeschriebenen Betrag steuerfrei wäre.
Für Personen, die bereits eine Pension beziehen, gibt es jedoch eine wichtige Voraussetzung. Um die Steuervergünstigung in Anspruch nehmen zu können, müssen sie in der Regel vor dem Pensionsantritt mindestens 40 Versicherungsjahre haben. Für Frauen ist eine Übergangsfrist vorgesehen, die bei 34 Versicherungsjahren beginnt, während Personen, die bereits in Pension sind, durch Weiterarbeit die erforderliche Zahl an Jahren erreichen können.
Höherer Verdienst jetzt, aber ohne zusätzliche Erhöhung der Pension
Eine weitere wichtige Änderung betrifft die Beiträge. Personen, die nach Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters weiterarbeiten, würden ihren Anteil an den Beiträgen zur Pensionsversicherung nicht mehr zahlen, wodurch ihnen vom Gehalt mehr Geld bleiben würde. Arbeitgeber müssten ihren Beitragsanteil weiterhin zahlen, dafür würde jedoch die derzeitige zusätzliche Erhöhung der Pension entfallen, die eine Person durch Weiterarbeit erzielen konnte.
Der Grund für eine solche Änderung ist in erster Linie die Lage auf dem österreichischen Arbeitsmarkt und die Alterung der Bevölkerung. Die Regierung will die Zahl älterer Menschen erhöhen, die beschäftigt bleiben, und ihre Erfahrung und ihr Wissen länger auf dem Arbeitsmarkt halten. In den offiziellen Dokumenten wird auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Nachhaltigkeit des Pensionssystems unter den Bedingungen des demografischen Wandels zu sichern, weshalb der Staat versucht, die Arbeit nach dem Pensionsalter finanziell attraktiver zu machen.
Der Vorschlag ist noch nicht endgültig angenommen
Das Paket erhielt die Unterstützung der Regierungsparteien im parlamentarischen Ausschuss, aber das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Darüber muss noch der österreichische Nationalrat abstimmen, und nach Informationen des Parlaments könnte die Entscheidung im Laufe des Septembers getroffen werden. Ein Teil der Opposition warnt, dass die Regeln zu kompliziert seien, während die Grünen der Ansicht sind, dass ein solches System berufstätige Pensionisten gegenüber anderen Arbeitnehmern mit gleichen Einkommen ungerecht begünstigen könnte.
Wenn der Vorschlag endgültig angenommen wird, sollen die neuen Regeln ab Anfang 2027 gelten. Für Menschen, die nach Erreichen des Pensionsalters weiterarbeiten können und wollen, könnte das einen spürbar höheren Nettoverdienst bedeuten, vor allem wegen der Steuererleichterung und der Abschaffung ihres Anteils an den Pensionsbeiträgen. Andererseits würde die Weiterarbeit keine zusätzliche Erhöhung der Pension selbst mehr bringen, sodass jeder beurteilen muss, ob sich für ihn ein höherer Verdienst sofort lohnt oder ob das bisherige Modell für ihn langfristig günstiger wäre.











