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Renten in Österreich bis zu 1.000 Euro höher als in Deutschland? Was hinter den Zahlen steckt

29.10.2026

Renten in Österreich bis zu 1.000 Euro höher als in Deutschland? Was hinter den Zahlen steckt

Die durchschnittliche Altersrente von Männern in Österreich betrug 2025 2.434,77 Euro, während für Deutschland eine durchschnittliche monatliche Auszahlung von 1.390 Euro für Männer angegeben wird.

Der Unterschied auf dem Papier übersteigt 1.000 Euro, aber diese Beträge zeigen nicht direkt, wie viel Rentnern zum Leben bleibt. Über die Unterschiede zwischen den Systemen schreibt Sanja Covic für Fenix Magazin, wobei sie höhere Beiträge, einen breiteren Kreis von Versicherten und unterschiedliche Voraussetzungen für den Rentenbezug anführt.

Brutto ist nicht der Betrag, der auf dem Konto eingeht

Österreichische Renten werden statistisch in Bruttobeträgen vor Abzügen dargestellt und 14-mal jährlich ausgezahlt. Deshalb muss man für einen fairen Vergleich die Jahreseinkünfte nach Steuern und Beiträgen betrachten. Auch zusätzliche Renten über den Arbeitgeber oder private Ersparnisse müssen berücksichtigt werden, die in Deutschland eine wichtigere Rolle spielen. Auch Fenix weist darauf hin, dass 'direkte Vergleiche zwischen Deutschland und Österreich schwierig sind'.

Während des Arbeitslebens wird mehr für Renten aufgewendet

Für Beschäftigte in Österreich zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen 22,8 % des Bruttolohns in die Rentenversicherung ein, während der Satz in Deutschland 18,6 % beträgt. Bei einem Bruttolohn von 3.000 Euro sind das beispielsweise insgesamt 684 Euro in Österreich beziehungsweise 558 Euro in Deutschland. Höhere Beiträge ermöglichen zusammen mit Geld aus dem Staatshaushalt die Finanzierung höherer Renten.

Das österreichische System umfasst auch einen breiteren Kreis von Menschen, die verpflichtend Beiträge zahlen, einschließlich Selbstständiger. In Deutschland ist die Mehrheit der Selbstständigen nicht verpflichtend in die allgemeine Rentenversicherung einbezogen, und Beamte haben ein separates System. Mit anderen Worten: Es unterscheidet sich auch, wer Geld einzahlt und wessen Renten in den jeweiligen Durchschnitt eingehen.

Auch eine kürzere Versicherungszeit beeinflusst den Durchschnitt

Für die reguläre Altersrente in Deutschland reichen in der Regel 5 Versicherungsjahre, in Österreich 15 Jahre. Der deutsche Durchschnitt umfasst deshalb auch kleine Renten von Menschen, die dort nur kurz Beiträge gezahlt haben. Das bedeutet nicht, dass sie ihr ganzes Leben für eine so niedrige Rente gearbeitet haben. Bei Personen, die in mehreren Staaten gearbeitet haben, können bei der Prüfung der Voraussetzungen Versicherungszeiten zusammengerechnet werden.

Österreichische Renten sind zwar höher, aber ein Unterschied von 1.000 Euro ist nicht die Regel für jeden Rentner. Für einen persönlichen Vergleich sind das frühere Gehalt, die Versicherungsjahre, Steuern und alle zusätzlichen Einkünfte entscheidend. Erst ihre Summe zeigt, wie viel Geld einer Person im Laufe des Jahres tatsächlich zur Verfügung steht.