Starker Anstieg neuer österreichischer Staatsbürger: Am meisten Syrer, Türken und Afghanen
17.08.2026

Österreich hat in der ersten Hälfte des Jahres 2026 13.700 Personen die Staatsbürgerschaft verliehen, das sind 2.035 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Laut Daten, die auf rechtskräftigen Bescheiden der österreichischen Landesbehörden beruhen, handelt es sich um einen Anstieg von 17 %. Von der Gesamtzahl leben 9.750 neue Staatsbürger in Österreich, während 3.950 ihren Wohnsitz im Ausland haben.
Unter den neuen österreichischen Staatsbürgern, die im Land leben, gibt es die meisten ehemaligen Staatsbürger Syriens, nämlich 2.319, also fast jeder Vierte. Es folgen Staatsbürger der Türkei mit 1.058, danach Afghanistan mit 968 Personen. Auf der Liste stehen außerdem Iran mit 433 sowie Bosnien und Herzegowina mit 407 neuen österreichischen Staatsbürgern.
Diese Daten wurden vom zentralen und offiziellen Statistischen Amt der Republik Österreich, Statistik Austria, veröffentlicht.
Warum ist die Zahl so stark gestiegen?
Der größte Teil des Anstiegs kommt von Menschen, die bereits seit Jahren in Österreich leben. Die Zahl der verliehenen Staatsbürgerschaften an Personen mit Wohnsitz in diesem Land stieg um ganze 34 %. Besonders gewachsen ist die Gruppe jener, die mindestens 6 Jahre in Österreich leben und zusätzliche Voraussetzungen erfüllen, zum Beispiel Deutsch sprechen, nachweisen können, dass sie sich dauerhaft in die Gesellschaft integriert haben, oder einen anerkannten Asylstatus haben. In dieser Gruppe erhielten 4.829 Menschen die Staatsbürgerschaft, 32 % mehr als im Vorjahr.
Ein weiterer wichtiger Grund liegt in den Familien. Die Zahl der Ehepartner und Kinder, auf die die Staatsbürgerschaft ausgeweitet wurde, stieg sogar um 55 % auf insgesamt 3.248 Personen. Unter ihnen waren 2.775 Kinder und 473 Ehepartner. Daher überrascht es nicht, dass fast ein Drittel aller neuen Staatsbürger jünger als 18 Jahre ist, während 3.080 von ihnen bereits in Österreich geboren wurden.
Wien liegt vorn, in Kärnten der größte Sprung
Die meisten neuen Staatsbürgerschaften wurden in Wien verliehen, 3.333, ganze 60 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Prozentual wurde der größte Anstieg in Kärnten verzeichnet, wo sich die Zahl fast verdoppelte und 418 erreichte. Ein Anstieg wurde auch in Niederösterreich, Vorarlberg, der Steiermark und Tirol verzeichnet, während Oberösterreich das einzige Bundesland mit einem deutlicheren Rückgang war.
Nicht alle neuen Staatsbürger sind Zuwanderer
Wichtig ist zu betonen, dass die Gesamtzahl nicht nur Menschen umfasst, die in den letzten Jahren nach Österreich zugezogen sind. Fast 4.000 Staatsbürgerschaften erhielten Personen, die im Ausland leben, und dabei handelt es sich überwiegend um Nachkommen von Menschen, die vom NS-Regime verfolgt wurden. Deshalb kann der Anstieg nicht allein durch neue Migration erklärt werden, obwohl die Daten klar zeigen, dass immer mehr langjährige Einwohner Österreichs die Voraussetzungen erfüllen und sich entscheiden, die Staatsbürgerschaft zu beantragen.











