Kroatische Arbeitgeber besorgt: „Ich verdiene viel, darf aber keine Ausländer einstellen“
20.04.2025

Vor der neuen Tourismussaison befürchten viele kroatische Arbeitgeber, dass sie nicht genügend Arbeitskräfte haben werden. Der Grund sind neue Regeln für die Beschäftigung von Ausländern, die seit dem 15. März dieses Jahres in Kraft sind.
Nach dem neuen Ausländergesetz können Unternehmen ausländische Arbeitskräfte nur dann einstellen, wenn sie in den letzten sechs Monaten einen durchschnittlichen monatlichen Umsatz von mindestens 10.000 Euro erzielt haben. Viele Unternehmer aus dem Tourismussektor warnen, dass diese Bedingung für sie schwer zu erfüllen ist, insbesondere für jene an der Küste und auf den Inseln, wo der Umsatz außerhalb der Saison deutlich sinkt.
'Bei uns steigt der Umsatz nur im Sommer, und im Winter arbeiten wir praktisch nicht. Mit solchen Regeln werden wir nur schwer genügend Leute für die Saison finden', beklagte sich ein Restaurantbesitzer von der Adria.
Ein zusätzliches Problem ist, dass das Gesetz keinen Unterschied zwischen großen Städten und kleineren Orten macht. Während Hotels und Restaurants in Zagreb das ganze Jahr über arbeiten können, ist der Geschäftsbetrieb auf den Inseln auf einige Monate begrenzt.
Aus dem Arbeitsministerium heißt es, dass das Ziel der neuen Regeln darin besteht, Missbrauch bei der Beschäftigung von Ausländern zu verhindern. Sie fügen hinzu, dass bei der Prüfung von Anträgen die Saisonabhängigkeit des Geschäftsbetriebs berücksichtigt wird. Außerdem gilt die Umsatzbedingung weder für die Verlängerung bestehender Genehmigungen noch für saisonale Arbeitsgenehmigungen bis zu 90 Tagen.
Dennoch warnen Arbeitgeber, dass 90 Tage nicht für die ganze Saison ausreichen. Wenn die Genehmigung mitten im Sommer abläuft, könnten sie gerade dann ohne wichtige Arbeitskräfte dastehen, wenn sie sie am dringendsten brauchen.
Viele fragen sich deshalb, wie sie in diesem Jahr ihre Arbeitsplätze besetzen werden und ob die Tourismussaison ohne größere Probleme verlaufen wird.









