Löhne in Österreich doppelt so hoch, in Luxemburg sogar viermal höher als in Kroatien
18.11.2025

Gestern haben wir Eurostats Daten zum durchschnittlichen jährlichen angepassten Vollzeitlohn veröffentlicht, und heute bringen wir einen detaillierteren Vergleich.
Die neuesten Lohndaten in der Europäischen Union zeigen erneut erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Kroatien befindet sich dabei weiterhin im unteren Teil der Rangliste, mit durchschnittlichen Einkommen, die deutlich hinter dem westeuropäischen Standard zurückbleiben und unter dem Niveau einiger Nachbarländer liegen.
Laut den neuesten Daten von Eurostat betrug der durchschnittliche jährliche angepasste Vollzeitlohn in der Europäischen Union im Jahr 2024 rund 39.800 Euro. Obwohl der Durchschnittslohn in der gesamten Union auf respektable 39.800 Euro gestiegen ist, liegt Kroatien mit einem Jahreslohn von 21.523 Euro fast doppelt so weit vom europäischen Durchschnitt entfernt.
Österreich weit voraus, Slowenien dem europäischen Durchschnitt immer näher
Die größte Überraschung liegt im Vergleich mit Staaten, die uns geografisch und teilweise auch historisch nahestehen.
Der Blick auf das benachbarte Österreich ist für kroatische Arbeitnehmer ein kalter Schock. In Österreich beträgt der durchschnittliche Jahreslohn sogar 54.508 Euro. Das bedeutet, dass ein Österreicher jährlich 2.5-mal mehr verdient als ein kroatischer Arbeitnehmer für denselben Arbeitsumfang. Dieses Verhältnis erklärt klar, warum Österreich weiterhin eines der begehrtesten Ziele für die Auswanderung aus Kroatien ist, ungeachtet aller Geschichten über das Wirtschaftswachstum in der Heimat.
Gleichzeitig hält Slowenien mit Jahreseinkünften von 33.081 Euro mit dem europäischen Durchschnitt Schritt und erreicht laut diesen Daten ein um etwa 54 Prozent höheres Lohnniveau als Kroatien. Slowenen verdienen jährlich sogar 11.558 Euro mehr als Kroaten.
Manche verdienen fast 4-mal mehr
An der Spitze der europäischen Rangliste treten die Einkommensunterschiede besonders deutlich hervor.
In Luxemburg, wo der höchste Lohn verzeichnet wurde, erhält ein Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt unglaubliche 83.000 Euro. Das ist fast viermal mehr als das, was in Kroatien durchschnittlich verdient wird.
Ähnlich ist es auch in Dänemark (71.600 Euro) und Irland (61.100 Euro), wo die Löhne dreimal höher sind.
Sogar das mächtige Deutschland (50.998 Euro) zahlt einen Durchschnittslohn, der mehr als doppelt so hoch ist wie unserer.
Diese Zahlen zeigen schonungslos, dass Kroatien weiterhin deutlich hinter dem westeuropäischen Standard zurückbleibt, und Geschichten über eine Annäherung der Löhne klingen in diesem Licht nur wie ein schwacher Trost.
Kroatien nahe dem Ende
Wenn man Kroatien mit einem Jahreslohn von 21.523 Euro auf der Karte der Europäischen Union betrachtet, ist klar, dass wir uns in der dichtesten Gruppe befinden, direkt am unteren Ende. Neben Kroatien befinden sich hinsichtlich der Höhe der durchschnittlichen Jahreslöhne auch einige andere Staaten Mittel- und Osteuropas, darunter Lettland (22.293 Euro), Tschechien (23.454 Euro) und Litauen (21.178 Euro).
Obwohl wir besser sind als die Schlechtesten auf der Liste, ist dieser Trost gering.
Am Ende der Rangliste steht Bulgarien (15.400 Euro).
Darüber liegen Griechenland (18.000 Euro) und Ungarn (18.500 Euro).
Dennoch beträgt der Unterschied zwischen Kroatien und dem am schlechtesten platzierten Bulgarien nur 6.123 Euro jährlich, was zeigt, dass sich Kroatien noch nicht wesentlich vom Ende der EU-Rangliste entfernt hat.
Die Daten von Eurostat weisen darauf hin, dass der durchschnittliche Kroate weiterhin fast vier Jahre arbeiten muss, um so viel zu verdienen, wie ein Luxemburger in nur einem Jahr verdient.
Sehen Sie sich die Liste der jährlichen angepassten Löhne in der EU (2024) laut Eurostat-Daten an:
- Luxemburg - 83.000 Euro
- Dänemark - 71.600 Euro
- Irland - 61.100 Euro
- Belgien - 57.989 Euro
- Österreich - 54.508 Euro
- Deutschland - 50.998 Euro
- Finnland - 48.391 Euro
- Schweden - 44.619 Euro
- Frankreich - 42.662 Euro
- Slowenien - 33.081 Euro
- Italien - 32.749 Euro
- Spanien - 32.587 Euro
- Malta - 29.989 Euro
- Zypern - 26.430 Euro
- Estland - 24.899 Euro
- Tschechien - 23.454 Euro
- Lettland - 22.293 Euro
- Kroatien - 21.523 Euro
- Litauen - 21.178 Euro
- Slowakei - 19.001 Euro
- Polen: - 18.054 Euro
- Rumänien - 17.739 Euro
- Portugal - 17.653 Euro
- Ungarn - 18.500 Euro
- Griechenland - 18.000 Euro
- Bulgarien - 15.400 Euro
*Die Niederlande sind aufgrund methodologischer Unterschiede nicht in den Eurostat-Vergleich einbezogen.









