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Abwanderung von Arbeitskräften aus Kroatien verlangsamt: Wohin Ausländer am häufigsten ziehen

01.11.2022

Abwanderung von Arbeitskräften aus Kroatien verlangsamt: Wohin Ausländer am häufigsten ziehen

Die Daten des HZZ für 2021 zeigen, dass die Abwanderungen unter dem Niveau von 2019 geblieben sind, während die Zuwanderungen in einigen Gespanschaften die Zahlen vor der Pandemie übertroffen haben.

Neben der Zahl der Beschäftigten, die das Vorkrisenniveau deutlich überschritten hat, ist eines der Merkmale des Arbeitsmarktes in Kroatien seit längerer Zeit auch ein struktureller Mangel an bestimmten Arbeitnehmerprofilen. In einer solchen Situation hat sich auch der Fokus auf Migrationen verstärkt, und das Hrvatski zavod za zapošljavanje (HZZ) hat sich mit der Analyse von Abwanderungen und Zuwanderungen nach Gespanschaften befasst, sowohl von kroatischen Staatsangehörigen als auch von Ausländern.

Nachdem im ersten Jahr der Pandemie die verringerte grenzüberschreitende räumliche Mobilität in allen Gespanschaften zu einem Rückgang sowohl der Zahl der abgewanderten als auch der zugewanderten einheimischen Bevölkerung geführt hatte, nahmen 2021 die Migrationen in beide Richtungen in allen Gespanschaften zu. Dabei blieben die Abwanderungen jedoch überwiegend unter dem Niveau von 2019, während die Zuwanderungen in einigen Gespanschaften die Zahlen vor der Pandemie übertroffen haben.

Deutlich günstigeres Verhältnis

Das Verhältnis von Abgewanderten zu Zugewanderten bewegte sich im vergangenen Jahr von den günstigsten 1,5:1 in der Gespanschaft Split-Dalmatien bis zu 3,9:1 in Međimurje, was dort tatsächlich eine deutliche Verbesserung gegenüber den vorherigen Jahren darstellt, als das Verhältnis bei etwa 5:1 lag. In den meisten Gespanschaften ist dieses Verhältnis heute deutlich günstiger als beispielsweise im Jahr 2017, in dem seit dem EU-Beitritt Kroatiens die meisten Bürger aus dem Land abgewandert sind. Vor fünf Jahren kamen in vier slawonischen Gespanschaften (Vukovar-Srijem, Brod-Posavina, Požega-Slawonien und Osijek-Baranja) sowie in Međimurje und der Gespanschaft Koprivnica-Križevci auf einen „Rückkehrer“ mehr als 10 Abgewanderte. Zum Vergleich: Im selben Jahr kam in der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva auf zwei Abgewanderte ein Zugewanderter, und dasselbe Verhältnis wurde auch im vergangenen Jahr verzeichnet. Diese Gespanschaft ist zugleich im Vergleich zu 2019 (als das Verhältnis von Abgewanderten und Zugewanderten praktisch ausgeglichen war) auch die einzige, in der eine Verschlechterung des Verhältnisses festgestellt wurde.

Auf die großen Unterschiede bei den Außenmigrationen kroatischer Staatsangehöriger wirkten sich unter anderem auch relativ große Unterschiede zwischen den Gespanschaften bei den durchschnittlichen Nettolöhnen von Beschäftigten mit abgeschlossener Sekundarschulbildung aus. Und obwohl die Spannweite der Arbeitslosenquoten heute deutlich geringer ist als in früheren Jahren, haben auch diese Unterschiede in den vergangenen Jahren zweifellos Einfluss auf die (größeren oder geringeren) Außenmigrationen in einzelnen Teilen Kroatiens gehabt. Schließlich geht aus den Daten des HZZ hervor, dass auch die Lage an der Adriaküste ein Faktor ist, der eine geringere Nettoabwanderung beeinflusst.

Die meisten Wegzüge aus Dubrovnik

Gleichzeitig erregen in jüngerer Zeit die Außenmigrationen von Ausländern immer mehr Aufmerksamkeit. Die Daten nach Gespanschaften für das vergangene Jahr zeigen, dass nur in der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva mehr Ausländer abgewandert als zugewandert sind (853 gegenüber 907), während die meisten übrigen Adriagespanschaften tatsächlich bei einer stärkeren Zuwanderung im Vergleich zur Abwanderung von Ausländern führend sind. Zu dieser Gruppe gehört auch die Stadt Zagreb mit 6532 im vergangenen Jahr zugewanderten ausländischen Staatsangehörigen gegenüber 2951, die aus der kroatischen Metropole abgewandert sind.

In der Analyse des HZZ zu diesen Migrationen wird geschlussfolgert, dass die Unterschiede zwischen den Gespanschaften in der relativen Zahl der zugewanderten Ausländer in erster Linie durch Unterschiede in der Arbeitslosenquote bestimmt werden. Eine um z. B. 10 Prozentpunkte niedrigere Arbeitslosenquote ist, so heißt es, mit einem um 2,8 höheren Verhältnis der Zahl der zugewanderten Ausländer zur Zahl der zugewanderten Staatsangehörigen verbunden. Dagegen beeinflussen Unterschiede beim durchschnittlichen Nettolohn und bei der geografischen Lage das relative Ausmaß der Zuwanderung von Ausländern nicht. Unterschiede in der Arbeitslosenquote erklären, so heißt es, mehr als drei Viertel der Unterschiede in der relativen Zahl der zugewanderten Ausländer. Kurz gesagt: Ausländer kommen dorthin, wo der Bedarf an ausländischen Arbeitskräften größer ist.

Quelle: poslovni.hr