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Der Staat will Schwarzarbeit beenden: Kroatien führt strenge Gesetzesänderungen ein

08.05.2026

Der Staat will Schwarzarbeit beenden: Kroatien führt strenge Gesetzesänderungen ein

Wie HRT in der Sendung Studio 4 berichtet, bereitet sich Kroatien auf eine deutliche Verschärfung des Kampfes gegen Schwarzarbeit vor.

Staatssekretär Ivan Vidiš bestätigte, dass sich derzeit 670 Arbeitgeber auf der sogenannten schwarzen Liste befinden, die in der kommenden Zeit unter besonderer Beobachtung der zuständigen Behörden stehen werden. Nach den bei HRT präsentierten Daten wurde Arbeitgebern im Zeitraum vom Beginn des Jahres 2023 bis Ende 2025 die Zahlung von mehr als 5 Millionen Euro in den Haushalt auferlegt, während bislang 3.4 Millionen Euro freiwillig eingezahlt wurden. Die Digitalisierung des Systems hat eine effiziente Vernetzung der Steuerverwaltung, der Renten- und Krankenversicherung sowie des Staatlichen Inspektorats ermöglicht, was den zuständigen Stellen einen klaren Einblick in Unregelmäßigkeiten gibt, die früher unter dem Radar blieben.

Neue Gesetzesänderungen und hohe Geldstrafen

Die Änderungen des Gesetzes zur Bekämpfung nicht angemeldeter Arbeit sollen Mitte Juni in Kraft treten und bringen deutlich strengere Strafbestimmungen für alle Rechtsverletzer. Im Gespräch mit HRT, betonte Vidiš, dass die Strafen für Wiederholungstäter, also jene, die innerhalb von 3 Jahren den Verstoß dreimal wiederholen, einen Betrag von 8.000 Euro erreichen. Obwohl das Gesetz einen gewissen Spielraum für diejenigen lässt, für die es sich um den ersten Verstoß handelt, besteht das primäre Ziel darin, die Praxis der Arbeit ohne Anmeldung zur Versicherung und der Barauszahlung von Löhnen zu beseitigen. Der Staatssekretär betonte in der Sendung Studio 4 , dass Arbeit ohne Arbeitserlaubnis ein ernstes Sicherheits- und Gesellschaftsrisiko darstellt, da dabei die Überprüfung der Qualifikationen, des Gesundheitszustands und des Strafregisters der Arbeitnehmer umgangen wird, was die gesamte Gemeinschaft gefährdet.

Schlag gegen unlauteren Wettbewerb und Schutz der Arbeitnehmerrechte

Mit diesen Maßnahmen versucht das Arbeitsministerium, ehrliche Unternehmer zu schützen, die ihre Verpflichtungen gegenüber dem Staat und den Arbeitnehmern ordnungsgemäß erfüllen. Die derzeitige Situation auf dem Markt schafft unlauteren Wettbewerb, was dem Geschäftsbetrieb derjenigen, die das Gesetz vollständig einhalten, direkt schadet. Wie in der Sendung Studio 4 erläutert wurde, rechtfertigt der niedrige implizite Steuersatz auf Arbeit in Kroatien nicht die Vermeidung von Abgaben, aus denen das Gesundheitswesen, das Bildungswesen und das Rentensystem finanziert werden. Arbeitnehmer, die Schwarzarbeit akzeptieren, werden sich des Ausmaßes des Schadens oft erst beim Eintritt in den Ruhestand bewusst, wenn sie erkennen, dass ihre Einkünfte aufgrund nicht gezahlter Beiträge für ein würdiges Leben im Alter unzureichend sind.

Beschränkungen für Arbeitgeber auf schwarzen Listen

Neben direkten Geldstrafen werden Arbeitgeber, die auf der schwarzen Liste landen, mit ernsthaften operativen Einschränkungen konfrontiert, die ihre weitere Geschäftstätigkeit gefährden können. Nach Angaben aus Studio 4 verlieren Unternehmen auf der Liste der Rechtsverletzer automatisch das Recht auf die Einfuhr ausländischer Arbeitskräfte, was unter Bedingungen eines chronischen Arbeitskräftemangels auf dem heimischen Markt eine äußerst schwere Sanktion ist. Außerdem werden solche Arbeitgeber weder Maßnahmen der aktiven Beschäftigungspolitik noch irgendwelche staatlichen Unterstützungen und Subventionen mehr in Anspruch nehmen können. Das Staatliche Inspektorat hat die Verfahren zur Erlassung von Bescheiden erheblich beschleunigt, womit eine klare Botschaft gesendet wird, dass die Verletzung von Arbeitnehmerrechten und die Umgehung gesetzlicher Verpflichtungen in der kroatischen Wirtschaft nicht länger toleriert werden.

Die angekündigten gesetzlichen Änderungen und die verstärkte Aufsicht sollten nicht ausschließlich durch das Prisma der Repression betrachtet werden, sondern als notwendiger Schritt hin zu einer langfristigen Stabilisierung des Arbeitsmarktes. Durch die Einführung von Ordnung in das System wird ein fairerer Wettbewerb auf dem Markt gewährleistet, in dem der Erfolg von der Qualität der Arbeit und der Wettbewerbsfähigkeit abhängt und nicht von der Fähigkeit, Steuerpflichten zu umgehen. Die konsequente Anwendung der neuen Regeln und eine wirksame Aufsicht über die angezeigten Unternehmen werden zeigen, ob der Staat tatsächlich bereit ist, Schwarzarbeit dauerhaft auszurotten. Das endgültige Ziel dieser Änderungen bleibt die Schaffung eines Umfelds, in dem die Sicherheit der Arbeitnehmer und die Transparenz der Geschäftstätigkeit die Grundlage des Wirtschaftswachstums bilden, wodurch langfristig die Stabilität der gesamten Gesellschaft gesichert wird.