Deutschland am Boden: Restaurants und Cafés verkürzen ihre Öffnungszeiten
26.07.2023

Berufsverbände schätzen, dass in der Gastronomie und Hotellerie mehr als 65.000 Arbeitskräfte fehlen.
Viele Restaurants und Cafés in Deutschland verkürzen ihre Öffnungszeiten oder schließen ihre Türen, und der Grund ist einfach: Arbeitskräftemangel, schreibt Deutsche Welle. Berufsverbände schätzen, dass in der Gastronomie und Hotellerie mehr als 65.000 Arbeitskräfte fehlen.
– Der Arbeitskräftemangel steht ganz oben auf der Liste der Sorgen von Hoteliers und Gastronomen, teilte der Verband der deutschen Hoteliers und Gastronomen (Dehoga) mit. Derzeit sind bei den Arbeitsagenturen in ganz Deutschland 33.160 Stellen in der Gastronomie und Hotellerie offen. Doch Dehoga geht von einer doppelt so hohen Zahl aus.
– Viele Restaurants und Hotels melden den Arbeitsagenturen gar nicht mehr, dass sie Arbeitskräfte benötigen, weil sie ohnehin nicht erwarten, dass ihnen das Amt jemanden schickt, sagt Sandra Warden, die bei Dehoga für die Beobachtung der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt zuständig ist.
Warden stützt ihre Schätzung des Arbeitskräftemangels auf die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren.
– Im Jahr 2019 fehlten in der Gastronomie und Hotellerie etwa 40.000 Arbeitskräfte. Doch während der Coronavirus-Pandemie hat sich die Situation zusätzlich verschärft, sagt Warden.
Während der Pandemie und der Schließung der Lokale fanden viele Beschäftigte in dieser Branche eine Anstellung in einem anderen, in der Regel besser bezahlten, Sektor. Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich besonders jetzt mitten in der Urlaubssaison drastisch verstärkt.
Die Deutschen verbringen ihren Urlaub überwiegend im eigenen Land, stoßen aber in diesem Jahr an ihren Urlaubsorten oft auf verschlossene Türen von Gastronomiebetrieben, schreibt Deutsche Welle.
– Viele Restaurants und Cafés greifen zu verschiedenen Maßnahmen: Sie verkürzen die Öffnungszeiten oder pausieren innerhalb der Woche für mehrere Tage. Es kommt auch vor, dass sie wegen Personalmangels in der Küche die Speisekarte drastisch verkürzen, sagt Warden. In einigen Betrieben wird auch ein Selbstbedienungssystem eingeführt, weil einfach Kellner fehlen.
Die größte Hoffnung setzt Dehoga in das verabschiedete reformierte Einwanderungsgesetz, das eine leichtere Einwanderung aus Ländern außerhalb der Europäischen Union auch für Arbeitskräfte ohne Hochschulabschluss ermöglichen wird, aber auch in die erleichterten Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt für Flüchtlinge. Bei Dehoga ist man der Ansicht, dass daran gearbeitet werden muss, auch das Image der Beschäftigung in dieser Branche zu verbessern.
Dabei wird eine Erhöhung der Löhne nicht erwähnt, die im Gastronomie- und Hotelleriesektor relativ niedrig sind. Nach Angaben des Online-Jobportals Stepstone kann ein qualifizierter Koch monatlich mit einem Bruttolohn von etwa 2.600 Euro rechnen.
Quelle: jutarnji.hr










