Deutschland steht vor einem beschleunigten Fachkräftemangel
15.07.2025

Deutschland sieht sich mit einem beschleunigten Anstieg des Arbeitskräftemangels konfrontiert, wobei das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schätzt, dass dieses Defizit bis 2028 auf etwa 768.000 offene, aber unbesetzte Stellen anwachsen wird, was ein deutlicher Anstieg gegenüber den 487.000 des vergangenen Jahres ist.
Der Hauptgrund liegt in den demografischen Veränderungen, insbesondere im massenhaften Ruhestand der Babyboomer-Generation, wodurch der Druck auf die Beschäftigten in zahlreichen Sektoren zusätzlich steigt, schreibt SEEbiz.
Der Autor der Studie, Jurek Tideman, betont: „Der Hauptgrund sind demografische Veränderungen. Viele Menschen werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen.” Er warnt, dass, falls keine Lösung gefunden wird, „immer mehr Menschen den Mangel jeden Tag spüren werden”, insbesondere durch unmittelbare Folgen wie den Mangel an Plätzen in Kindergärten und Pflegeheimen, was es den Beschäftigten zusätzlich erschwert, berufliche und familiäre Verpflichtungen zu vereinbaren.
Die Analyse der Marktlage basiert auf Daten aus dem Jahr 2023 und früheren Trends, und der größte Mangel wird gerade unter Verkäufern erwartet, wo die offenen Stellen auf mehr als 40.000 anwachsen könnten. Junge Menschen entscheiden sich, wie Tideman hinzufügt, zu selten für handwerkliche Berufe, was das Problem zusätzlich vertieft. An der Spitze der Liste der Berufe mit ausgeprägtem Mangel stehen auch Erzieher sowie medizinisches Personal, mit Tausenden unbesetzten Stellen.
Trotz des prognostizierten Anstiegs der Zahl der Beschäftigten unter Erziehern im Vorschulsektor zeigen Schätzungen, dass dies nicht ausreichen wird, um die Nachfrage zu decken. Aufgrund der Digitalisierung wird auch ein steigender Bedarf an IT-Fachkräften erwartet, während in der Metallindustrie sowie im Bankwesen ein deutlicher Rückgang der Zahl qualifizierter Arbeitskräfte prognostiziert wird, was mit der Automatisierung und dem Wegfall traditioneller Arbeitsplätze in Verbindung gebracht wird.









