Deutschland plant Halbierung der Beschäftigungsquote für Arbeitskräfte vom Westbalkan
30.09.2026

Deutschland plant, die jährliche Quote für die Beschäftigung von Arbeitnehmern aus dem Westbalkan von 50.000 auf 25.000 zu senken.
Bauarbeitgeber lehnen diesen Schritt ab, weil sie befürchten, nicht genug Leute für die geplanten Arbeiten zu haben. Laut der Mitteilung des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, ZDB, vom 24. September 2026 ist die Senkung für den 1. Januar 2027 geplant, doch die geltende Regelung nennt weiterhin eine Quote von 50.000 Genehmigungen pro Jahr.
Was würde sich für die Arbeitnehmer ändern?
Die Regelung umfasst Staatsangehörige von Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Kosovo, Albanien und Nordmazedonien. Sie ermöglicht ihnen eine Beschäftigung in Deutschland ohne vorherige Anerkennung der beruflichen Qualifikation, außer in Berufen, für die diese verpflichtend ist, wie etwa dem Arztberuf.
Der Arbeitnehmer muss einen Vertrag oder ein verbindliches Angebot des Arbeitgebers haben und die übrigen Voraussetzungen für das Visum erfüllen. Wenn die Quote halbiert wird, werden weniger Menschen auf diesem Weg eine erste Genehmigung erhalten können. Für jemanden, der bereits eine Arbeit gefunden hat, könnte das längere Wartezeiten bedeuten, weil Anträge nur bearbeitet werden, solange in der entsprechenden Quote noch Plätze frei sind.
Warum will die Regierung die Quote senken?
Dieser Plan ist nicht erst jetzt entstanden. CDU, CSU und SPD haben bereits im Koalitionsvertrag von 2025 festgehalten, dass sie die Zuwanderung von Arbeitnehmern über die Westbalkanregelung auf 25.000 pro Jahr begrenzen wollen.
Das ist Teil einer breiteren politischen Wende hin zu einer strengeren Begrenzung der Migration. Gleichzeitig erklären die Regierungsparteien im selben Dokument, dass sie qualifizierte Arbeitskräfte anziehen wollen. Genau hier entsteht der Streit mit den Arbeitgebern: Der Staat will weniger Zuzüge über dieses Programm, während Bauunternehmen behaupten, dass sie diese Menschen brauchen.
Milliarden für den Bau, aber weniger Menschen auf den Baustellen
Laut ZDB gehen etwa 30 % der Visa aus diesem Programm an das Baugewerbe. Der Verband warnt, dass Deutschland Milliarden für Brücken, Eisenbahnen und Wohnungen bereitstellt und gleichzeitig plant, die Zuwanderung von Arbeitnehmern zu begrenzen, die diese bauen würden.
Die Nachfrage übersteigt schon jetzt die verfügbaren Plätze. Der ZDB gibt an, dass die Quote für 2025 Ende November ausgeschöpft war, woraufhin Anträge abgelehnt werden mussten. Deshalb fordert er die Beibehaltung von mindestens 50.000 Genehmigungen sowie eine schnellere Erteilung von Visa.
Arbeitnehmer brauchen eine klare Entscheidung
Solange die Regelung nicht geändert wird, gilt eine Quote von 50.000 Genehmigungen. Der politische Plan zur Senkung besteht, aber Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen wissen, wann er umgesetzt würde und wie mit bereits eingereichten Anträgen verfahren würde.
Für Menschen, die eine Arbeitsstelle, einen Umzug und den Arbeitsbeginn organisieren, sind das wichtigere Informationen als dramatische Ankündigungen von Entlassungen. Und für Deutschland bleibt eine sehr konkrete Frage: Wer wird die geplanten Arbeiten ausführen, wenn es den Unternehmen nicht gelingt, genug Leute einzustellen?










