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Ein Drittel der deutschen Studierenden von Armut bedroht

29.09.2023

Ein Drittel der deutschen Studierenden von Armut bedroht

Sogar ein Drittel der Studierenden in der stärksten europäischen Volkswirtschaft ist von Armut bedroht, zeigen Daten des Statistischen Bundesamts, Destatis.

Studierende in Deutschland geben mehr als die Hälfte ihrer Einkünfte allein für die Miete aus.

Im Durchschnitt verwenden Studierende 54 Prozent ihres Einkommens für die Miete, wie kürzlich Daten von Destatis gezeigt haben. Die Deutschen geben ansonsten im Durchschnitt 25 Prozent für Wohnkosten aus.

Laut Destatis gelten zwei Drittel der Studierenden als finanziell überlastet. Das ist einer der Gründe, warum sie stärker von Armut bedroht sind als andere Bevölkerungsgruppen.

Insgesamt sind laut Angaben von Destatis sogar 35 Prozent der Studierenden von Armut bedroht, gegenüber 14 Prozent aller Deutschen.

Das Statistische Bundesamt zeigt mit seinen Zahlen aus der Umfrage von 2023, dass die Hälfte der Studierenden monatlich weniger als 867 Euro zur Verfügung hat.

Zum Vergleich: Der Betrag der Sozialhilfe ist, wenn man alles zusammenrechnet, deutlich höher. Alleinstehende erhalten derzeit 563 Euro monatlich als Sozialhilfe, müssen keine Krankenversicherung bezahlen und ihre Wohnung wird bezahlt, die maximal 50 Quadratmeter groß sein darf – zum Beispiel in München bis zu 849 Euro, in Frankfurt 786 oder in Köln bis zu 651 Euro.

Für ein Zimmer in München 800 Euro

In Deutschland sind für das bevorstehende Semester an Universitäten, Fachhochschulen und Hochschulen etwas weniger als 3 Millionen Studierende eingeschrieben, und ein großes Problem für viele ist die Unterkunft. Die günstigste Lösung ist das Studentenwohnheim – im Durchschnitt kostet es 280 Euro im Monat. Allerdings gibt es in 1.500 Wohnheimen insgesamt nur etwa 200.000 Plätze.

Laut der Studie sind Zimmer in Wohngemeinschaften in München am teuersten. Der Durchschnittspreis für ein Zimmer beträgt 790 Euro. Es folgen Frankfurt mit 680, Berlin mit 650, Hamburg mit 620 und Köln mit 600 Euro.

Günstigere Unterkünfte können Studierende in Siegen (330 Euro), Jena (328), Wismar (325) oder Chemnitz (290) finden.

In Deutschland ist es seit Langem üblich, dass zwei oder mehr Studierende in größeren Mietwohnungen leben und eine sogenannte WG (Wohngemenschaft) gründen.

Jeder hat sein eigenes Zimmer, und Küche, Bad und die übrigen Räume werden gemeinsam genutzt. Alle Kosten werden geteilt, meist abhängig von der Größe des Zimmers und davon, wer was an Möbeln und Haushaltsgeräten in die Wohnung eingebracht hat. Die Gemeinschaft beziehungsweise WG kann jahrelang bestehen, muss aber nicht aus den Menschen bestehen, die sie gegründet haben.

Quelle: bizlife.rs