Handelskette wegen 10-%-Rabatt für Rentner bestraft: „Solidarität sollte nicht strafbar sein“
23.07.2025

Die Handelskette Tommy aus Kroatien ist kürzlich in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit geraten, nachdem ihr die Agentur für den Schutz des Wettbewerbs (AZTN) eine Strafe von 212.000 Euro wegen einer besonderen Werbekampagne für Rentner auferlegt hatte.
Tommy bot Rentnern nämlich einen Rabatt von 10 Prozent auf den gesamten Einkauf an, und dieser Rabatt galt auch für bereits reduzierte Produkte. Nach der Auslegung der AZTN wurden dadurch einzelne Artikel unter dem Einkaufspreis verkauft, was in Kroatien durch das Gesetz über das Verbot unlauterer Handelspraktiken verboten ist, da auf diese Weise kleine Hersteller geschützt und das Marktgleichgewicht bewahrt werden, schreibt N1.
Trotz der Strafe teilte Tommy mit, dass die Werbeaktion weder dem Markt noch dem Wettbewerb geschadet habe und dass sie alle Kosten selbst getragen hätten. „Die Werbekampagne war ausschließlich unsere Last. Den Kunden wurde ein günstigerer Einkauf ermöglicht, und weder der Markt noch unsere Partner wurden dadurch geschädigt“, heißt es aus dem Unternehmen.
Gleichzeitig unterstützte die kroatische Partei Blok umirovljenici zajedno (BUZ) öffentlich solche Solidaritätsaktionen für Rentner und betonte, dass jede Form der Erleichterung in schwierigen Zeiten eine unermessliche Bedeutung habe. „Das Gesetz hat die Bedeutung der sozialen Dimension solcher Aktionen nicht erkannt. In Zeiten von Inflation und Armut hat jede Hilfe einen Wert, insbesondere für diejenigen mit den geringsten Einkommen. Im Fall von Rentnern können bereits 10 Prozent Rabatt das Haushaltsbudget erheblich beeinflussen“, betonen Vertreter von BUZ.
Abschließend ruft BUZ dazu auf, die gesetzlichen Regelungen zu überprüfen, um ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Marktbedingungen und den tatsächlichen Bedürfnissen der verletzlichsten Gruppen in Kroatien sicherzustellen, mit der Botschaft: „Solidarität darf nicht strafbar sein“.









