Kroatien investiert am meisten in Bosnien und Herzegowina – vor Deutschland als größter ausländischer Investor
29.08.2025

Den größten Zufluss ausländischer Investitionen in Bosnien und Herzegowina im Jahr 2024 verzeichnete die Republik Kroatien, die fast ein Viertel des Gesamtbetrags ausmacht, gab die Zentralbank von Bosnien und Herzegowina bekannt.
Laut den Daten erreichten die kroatischen Investitionen 211,7 Millionen Euro, was deutlich mehr ist im Vergleich zu Deutschland, das 130,3 Millionen Euro investierte, sowie Slowenien mit 126,9 Millionen Euro, schreibt index.hr.
Der größte Teil der ausländischen Investitionen im vergangenen Jahr floss in Finanzdienstleistungen, die 257,6 Millionen Euro anzogen. Es folgen der Einzelhandelssektor mit 112,6 Millionen Euro und der Großhandel mit 104,6 Millionen Euro. Insgesamt beliefen sich die ausländischen Direktinvestitionen in Bosnien und Herzegowina im Jahr 2024 auf 899,5 Millionen Euro, was einen Rückgang gegenüber 1,05 Milliarden Euro aus dem Jahr 2023 darstellt.
Seit Beginn der statistischen Erfassung bis Ende 2024 erreichte der Gesamtbetrag der ausländischen Direktinvestitionen in Bosnien und Herzegowina 10,83 Milliarden Euro. Davon investierte gerade Kroatien den größten Anteil, 1,64 Milliarden Euro oder 15,2 Prozent. Diese Tatsache unterstreicht die Bedeutung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Nachbarländern und der geografischen Nähe, die Zusammenarbeit und Geschäftstätigkeit erleichtert.
Es ist wichtig anzumerken, dass Deutschland und Slowenien im Gegensatz zu Kroatien deutlich weniger in Bosnien und Herzegowina investieren, was die Rolle Kroatiens als Schlüsselinvestor in der Region zusätzlich hervorhebt, berichtet index.hr.
Die wirtschaftliche Lage in Bosnien und Herzegowina und die Haltung gegenüber ausländischen Investitionen
Bosnien und Herzegowina ist trotz mehrerer Herausforderungen wie einem komplexen politischen System und administrativen Hindernissen weiterhin ein attraktives Ziel für ausländische Investoren, insbesondere für jene aus den Nachbarländern. Kroatien ist dabei angesichts der Nähe und der Verbundenheit der Märkte der herausragendste Partner, während der Rest Europas deutlich weniger investiert.
Der Privatsektor in Bosnien und Herzegowina entwickelt sich langsam, bei starkem Wachstum in den Sektoren Lebensmittelverarbeitung, Bauwesen sowie Handel. Die Investitionen in Anlagevermögen, wie Infrastruktur und Produktionsanlagen, stiegen 2024 um mehr als 8 Prozent, was einen positiven Entwicklungstrend der heimischen Wirtschaft zeigt.
Die bosnisch-herzegowinische Industrie stützt sich traditionell auf die verarbeitende Industrie, die einen bedeutenden Anteil an den Gesamtinvestitionen einnimmt. Auch der Groß- und Einzelhandel hat einen starken Einfluss, ebenso wie der Sektor der Energieerzeugung und -versorgung, was bei Investoren kontinuierliches Interesse hervorruft.
Neben traditionellen Investitionen wurde auch ein Anstieg des Interesses an erneuerbaren Energiequellen verzeichnet, was Teil einer breiteren europäischen Strategie zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist. Dies eröffnet neue Möglichkeiten zur Diversifizierung der bosnisch-herzegowinischen Wirtschaft und zur Verringerung der Energieabhängigkeit.
Ausländische Investoren in Bosnien und Herzegowina heben häufig auch die relativ niedrigen Arbeitskosten im Vergleich zu entwickelten Ländern als Vorteil hervor, ebenso wie die Möglichkeit des Zugangs zu den EU-Märkten über verbundene Lieferketten, was für kroatische Unternehmer wichtig ist, die bereits in der Region tätig sind.









