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Fast 50 % der deutschen Unternehmen vom Fachkräftemangel betroffen

11.08.2022

Fast 50 % der deutschen Unternehmen vom Fachkräftemangel betroffen

Der Arbeitskräftemangel verringert nach Angaben von Unternehmern die Effizienz der Unternehmen und die Einnahmen.

Die Krise des Mangels an qualifizierten Arbeitskräften hat in Deutschland ihren Höhepunkt erreicht, und fast die Hälfte der deutschen Unternehmen ist vom Fachkräftemangel betroffen, teilte das Institut für Wirtschaftsforschung Ifo aus München am Dienstag mit.

„Im Juli sagten 49,7 Prozent der befragten Unternehmen, dass sie vom Arbeitskräftemangel betroffen sind“, teilte das Ifo-Institut der Universität München mit. Das ist der höchste Wert seit 2009, seit dieses Institut diese Art von Umfrage durchführt. Der Arbeitskräftemangel verringert nach Angaben von Unternehmern die Effizienz der Unternehmen und die Einnahmen. „Immer mehr Unternehmen müssen ihre Geschäftstätigkeit einschränken, weil sie einfach nicht genug Personal haben“, sagte Stefan Sauer vom Ifo.

Nach Einschätzung von Experten könnte sich dieses Problem mittel- und langfristig noch verschärfen. Der größte Arbeitskräftemangel wird im Dienstleistungssektor verzeichnet, sodass sogar 64 Prozent der Hotel- und Gastronomiebetriebe betroffen sind. Ähnlich ist die Situation auch im Transport und Güterverkehr. Im verarbeitenden Gewerbe ist die Lebensmittelverarbeitungsindustrie am stärksten betroffen. Im Bausektor klagen 39,3 Unternehmen über Arbeitskräftemangel, und die Zahl wäre höher, wenn die Bauunternehmen mit voller Kapazität arbeiten könnten, was derzeit wegen Materialmangels nicht der Fall ist. Traditionell wird weiterhin ein Fachkräftemangel in der IT-Industrie sowie in der Automobilindustrie und im Gesundheitswesen verzeichnet.

Ein zusätzliches Problem stellt der Mangel an Schülern in Schulen für Handwerksberufe dar. Jährlich bleiben zwischen 15 und 20 Tausend Ausbildungsplätze unbesetzt. Die deutsche Regierung hat kürzlich eine Änderung des Einwanderungsgesetzes angekündigt, die auch die Einwanderung junger Menschen ermöglichen würde, die bereit sind, einen der Mangelberufe zu erlernen.

Die sozialdemokratisch-grün-liberale Regierung bereitet ebenfalls eine Änderung des Asylgesetzes vor, die jungen Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde oder die sich im Wartestatus auf eine Antwort befinden, einen Verbleib in Deutschland im Falle einer erfolgreichen Ausbildung ermöglichen würde. Die christdemokratische Opposition lehnt dieses Vorhaben entschieden ab, weil sie der Ansicht ist, dass dies die Motivation zur illegalen Einwanderung verstärken würde.

Quelle: vecernji.hr