Regierung verschärft Bedingungen für den Import von Arbeitskräften: Fokus auf Sprachkenntnisse und Wohnqualität
20.01.2026

Den kroatischen Arbeitsmarkt, auf dem sich derzeit mehr als 101 Tausend ausländische Staatsangehörige aufhalten und arbeiten, erwarten in den nächsten zwei Wochen bedeutende regulatorische Änderungen.
Wie das Portal net.hr, schreibt, führt der Staat strengere Kontrollen ein, die dem bisherigen massenhaften und oft unkontrollierten Import von Arbeitskräften ein Ende setzen sollen. Die wichtigsten Neuerungen betreffen die verpflichtende Kenntnis der kroatischen Sprache, die Sicherstellung angemessener Wohnbedingungen sowie die Verlängerung der Gültigkeit von Arbeitserlaubnissen auf drei Jahre, bei deutlich rigoroseren Überprüfungen von Arbeitgebern und Agenturen, die am gesamten Prozess beteiligt sind.
Längeres Warten auf Genehmigungen und strengere Auswahl der Agenturen
Die bisherige Praxis, bei der Genehmigungen in nur wenigen Tagen erteilt wurden, gehört der Vergangenheit an, was sich direkt auf die Dynamik der Beschäftigung auswirkt. Wie RTL Danas, berichtet, kann der administrative Weg von der Anmeldung bis zur eigentlichen Ankunft des Arbeitnehmers in Kroatien nun bis zu neun Monate dauern. Ivan Crnov, Miteigentümer einer Vermittlungsagentur für Beschäftigung, betont, dass sich die Fristen drastisch verändert haben. Er führt an, dass man früher innerhalb von drei bis fünf Tagen eine positive oder negative Stellungnahme der Arbeitsbörse erhielt, während man heute auf dasselbe Dokument bis zu zwei Monate wartet. Seinen Worten zufolge folgt nach Erhalt der Stellungnahme eine dreimonatige Wartezeit auf die Arbeitserlaubnis, was letztlich bedeutet, dass der gesamte Prozess des Imports von Arbeitskräften heute zwischen sechs und neun Monaten dauert.
Der Staatssekretär im Arbeitsministerium Ivan Vidiš betont, dass die verstärkten Kontrollen bereits Ergebnisse bei der Bereinigung des Agenturmarktes gebracht haben. Er erklärt, dass die Zahl der neu eingetragenen Agenturen im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent gesunken ist, weil die Bedingungen verschärft wurden, und dass sich die Zahl der Anträge, die von Agenturen eingehen, halbiert hat. Dass es dem Staat ernst ist, bestätigt auch die Angabe des Arbeitsministeriums, wonach bei 11 Agenturen Schwarzarbeit festgestellt wurde, weshalb ihnen ein Verbot der weiteren Tätigkeit auferlegt wurde. Arbeitgeber müssen nun eine stabile Geschäftstätigkeit nachweisen, was einen jährlichen Mindestumsatz von 10 Tausend Euro und die Verpflichtung einschließt, dass das Unternehmen mindestens ein Jahr aktiv ist, bevor es das Recht erhält, ausländische Arbeitskräfte zu importieren.
Integration durch Spracherwerb als Voraussetzung für Arbeit
Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Einführung des verpflichtenden Erlernens der kroatischen Sprache, als Grundlage für eine hochwertige Integration und Sicherheit am Arbeitsplatz. Fachleute betonen, dass für die grundlegende Orientierung und das Beherrschen von etwa 300 Schlüsselwörtern zwischen drei und sechs Monaten Lernen erforderlich sind. Davor Štern, Honorarkonsul der Philippinen, ist der Ansicht, dass Sprachkenntnisse notwendig sind, insbesondere in Bereichen wie der Sozialfürsorge, wo die Kommunikation mit den Nutzern entscheidend ist. Er merkt an, dass Arbeitnehmer von den Philippinen außerordentlich geschickt im Hotelgewerbe und Tourismus sind, aber auch im System der Betreuung älterer Menschen von großem Nutzen sein könnten, vorausgesetzt, sie überwinden die Sprachbarriere.
Hrvoje Matuš von der Bildungseinrichtung Vaš Kod, deren Programme bereits 300 Arbeitnehmer aus verschiedenen asiatischen Ländern durchlaufen haben, bestätigt, dass der Lernprozess herausfordernd, aber möglich ist. Er führt an, dass für Arbeitnehmer, die gerade erst angekommen sind, kroatische Verben und Akzente am schwierigsten sind, während diejenigen, die bereits einige Zeit hier verbracht haben, die Sprache leichter aufnehmen, weil sie ihr ständig ausgesetzt sind. Dennoch betont er, dass er mit dem Zugang und dem Einsatz der Arbeitnehmer zufrieden ist, die eine starke Motivation zeigen, die für den Alltag und die Arbeit notwendigen Grundlagen zu erlernen.
Die Frage der langfristigen Nachhaltigkeit des neuen Systems
Mit der Einführung neuer Regeln versucht Kroatien, ein Gleichgewicht zwischen dem chronischen Arbeitskräftemangel und dem Bedürfnis nach Ordnung in einem System herzustellen, das in kurzer Zeit äußerst belastet geworden ist. Strengere Bedingungen für Agenturen und die Verpflichtungen der Arbeitgeber gegenüber den Arbeitnehmern sollen schlechte Praktiken beseitigen und menschenwürdige Bedingungen für diejenigen sicherstellen, die zum Arbeiten kommen. Dennoch stellt die drastische Verlängerung der administrativen Prozesse Unternehmer vor neue Herausforderungen bei der Geschäftsplanung, während die Verpflichtung zum Sprachenlernen von den Arbeitnehmern selbst zusätzliches Engagement und Zeit verlangt.
Es stellt sich die Frage, ob der Staat bisherige Versäumnisse zu spät korrigiert oder ob diese neuen, strengeren Regeln tatsächlich zu einem geordneteren Arbeitsmarkt führen werden, auf dem ausländische Arbeitnehmer nicht mehr nur Zahlen sein werden, sondern integrierte Mitglieder der Gesellschaft mit klar definierten Rechten und Pflichten.









